Full text: Volume (Jg. 5 (1838))

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verschiedenen Gegenstände der einen kurzen Verjährung
unterworfen, welche doch nur da wahrhaft angemessen
erscheint, wo es sich um ein in kurzer Zeit der Beweis,
führung, der Erkennbarkeit, entrückendes Objekt handelt»
Es ist hierdurch ein Geist der Unredlichkeit in die Gesetz,
gebung und Praris gekommen, der wenigstens die Ansicht
unserer Pietisten, welche im Landrecht vorzüglich ein
christliches Element finden wollen, nicht bestätigt Die
Arglosigkeit wird hier oft auf die schrecklichste Weise be,
rückt. Ein auf ein bestimmtes Maaß verkaufter Acker
ist in gutem Glauben angenommen, später läßt man ihn
nachmessen, er ist zu klein, vergebens, der §. 343. hat
schon für eine Verjährung gesorgt. Die Sache gehört
dem Verkäufer gar nicht, sie wird evincirt, der Käufer
unterhandelt erst wegen der Gewähr außergerichtlich, auf
einmal findet er zu seinem Schrecken, daß auch hier eine
kurze Verjährirng ihn seines Rechtes beraubt, weil man
während der Redaction die $§♦ 323. 324. in die Lehre,
wohin sie anfänglich gar nicht gehören sollten, eingeschoben
hat. (siehe darüber die Note S. 122. 123. aus dem
Gesetzgebungs-Pensum.) — Eben so sehr wird der Em-
pfänger einer vertragsmäßigen Waare getäuscht, wenn
er beruhigt, daß er die Klage des Verkäufers nicht zu
fürchten brauche, plötzlich sich nach der früheren Praxis
durch § 345. mit feiner Klagbestreitung ausgeschlossen
sieht. Hier hat nun endlich das Geh. Ober-Tribunal
durchgegriffen, und da diese ganze kurze Verjährung in
allen den Fällen, wo die Beweisführung solche kurze
Fristen nicht erfordert, als wenig gerecht erscheint, so ist
es erfreulich, daß wenigstens hier die Unredlichkeit ihre»
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V.

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