Full text: Volume (Jg. 5 (1838))

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Schuld nicht untersucht war, die analoge Anwendung
dieser Vorschriften für zulässig und nothwendig. Sie
waren hiernächst der Ansicht,-daß die Ehefrau das ihr
durch das Ehescheidungs-Urtel noch nicht entzogene Äechr,
den Namen und Stand des Mannes bcizubehalten, nur
unter den Voraussetzungen nnd Umständen ausüben-dürfe,
unter welchen das Recht cingetreten sey, sie mithin ver«
pflichtet bleibe, sich durch ihr ferneres Betragen desselben
nicht unwürdig zu machen, eine Pflichtverletzung dagegen
auch den Verlust des Rechtes nach sich ziehen müsse.
Das Geh. Ober-Tribunal hob aber beide Erkenntnisse
auf, nahm an, daß—wenn gleich nicht behauptet werden
möge, daß der Antrag des Mannes auf Entziehung sei-
nes Namens und Standes bei der Ehescheidung selbst
gemacht, und die diesfällige Vcrurthcilung der schuldigen
Frau in dem Eheschcidungs- Urtel selbst ausgesprochen
werden müsse, vielmehr auch eine nachträgliche Klage
zur Ergänzung des Ehescheidungs-Urtels in dieser Be-
ziehung an sich nicht für zulässig erachtet werden könne —
der Antrag auf Entziehung des maritalischen Ranges
und Namens jedenfalls nur in solchen Verschuldungen
der Frau begründet seyndürfe, welche sie während der
Ehe begangen, und womit sie also zugleich ihre ehelichen
Pflichten verletzt habe.
Nr. 2. (S. 9.) behandelt folgenden Rechtsfäll.
Es ward aus einem von einem vereideten Mäkler in
Berlin-ausgestellten und von ihm allein — und zwar
am folgenden Tage ohne Anwesenheit beider Theile —
unterschn'ebenen Schlußzettel geklagt. Die-Einreden des
Verklagten waren: 1) der Mäkler sey von ihm-nicht

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