Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

647 —

Und er fügt sodann noch hinzu:
daß überhaupt die zweifellosesten Gründe vorliegen müß-
ten, um eine kingegangene Ehe für eine Mißheirath zu
erklären, und ihr die rechtlichen Folgen abzusprechen,
keineswegs könne gleich jede vage Sitte, Dorurtheil
oder rechtlose Nebensache zur Quelle des Rechtes er-
hoben werden.
6) Mittermaier äußert sich in seinem Handbuche
des deutschen PrivatrechteS, neueste Ausgabe vom Jahre
1843, §. 379:
da es an einem ReichSgesetze über Mißheirathen fehlte,
eben so kein festes Reichsherkommen bestand, indem die
Stelle in der Wahlkapitulation von 1742 mit den Wor-
ten »unstreitig notorische Mißheirath" nur die Folgen
wahrer Mißheirathen bestimmten, ohne zu erklären, was
eine Mißheirath sei, und die Verhandlungen ergeben,
daß man einen festen Begriff nicht festhalten wollte, da
der Gang der reichsgrrichtlichen Praxis die Absicht zeigt,
möglichst die Annahme von Mißheirathen zu vermindern,
da auch jede den Kirchen- und Staatsgesetzen gemäß
eingegangene Ehe als solche geschützt werden muß und
alle Rechte einer gesetzmäßigen Ehe erzeugt, so kann
gemeinrechtlich nach den Verhältnissen deS deutschen
Rechts deurthcilt:
». als Mißheirath nur diejenige Ehe angesehen wer-
den, welche die Merkmale hat, durch welche nach
den Partikularrechten des Staates oder nach den
gültigen Hausgesetzen, oder nach unzweifelhaftem
ununterbrochenem Herkommen der Familie, in wel-
cher die Ehe vorkommt, eine Mißheirath entsteht.
Selbst
d. bei Ehen des hohen Adels mit Personen von nte-
derm Aoel kann, wenn es an den erwähnten Ent-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer