Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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Person vom Wittgensteinschen Geschlechte zum Schimpf und
Verkleinerung schließen möchte.
Diese Erbeinigung kann nur nach den Begriffen ihrer
Zeit interpretirt werden. Sie fällt aber in die Periode,
wo, wie oben gesagt, der Grundsatz galt: »bi ingenuus
ingenuam duxisset, non esse disparagium. Man kann
daher unmöglich annchmen, daß man damals die Ehe mit
einer Person von niederm neuen Adel, oder gar mit einer
solchen, in den Reichsfürstenstand erhobene Dame für eine
dem Geschlechte zum Schimpf und Verkleinerung gereichende
gehalten, und diese bei seiner Bestimmung im Auge ge-
habt haben sollte. Also auch die Wittgensteinschen Haus-
gesetze begründen die erhobene Klage nicht, und somit
mußte, wie geschehen, erkannt werden.
Der Kostenpunkt rechtfertigt sich nach dem 23. Titel
der A. G. O.

Der H. Senat des König!. Oberlandesgerichts.

In Sachen des Herrn Fürsten Alexander von Sayn-
Wittgenstein-Hohenstein zu Laasphe, WidcrklägerS, jetzt
Revidenten, wider den Herrn Fürsten Albrecht von
Sayn-Wittgenstein-Hohenstein zu Wetzlar, Widerverklag-
ten, jetzt Revisen, erkennt das Königl. Geh. Obertribunal
für Recht:
daß zwar die Förmlichkeiten des eingewendeten Rechts-
mittels beobachtet, in der Sache selbst aber die vorigen
Urtheile, nämlich das Erkenntniß des CivilsenateS des
Königl. OberlandcSgerichtS zu Arnsberg, vom 22. Dez.
1841, und das Appellationsurtheil des Senats des
Königl. Oberlandesgerichts zu Münster, vom 8. April
1845 lediglich zu bestätigen, mit Verurtheilung des

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