Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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dor von der Pfalz als Reichsverweser für sich und
seine ehelichen Descendenten in den Reichsgrafen-
stand erhoben. Daß dieses eine gleiche Wirkung
mit einer vom Kaiser selbst ausgegangenen Erhöhung
in den Rcichsgrafenstand habe, darüber ist kein
Streit. Gestritten wird darüber nur bei der Für-
stenwürde. Runde tz. 366; Danz Bd. 4. S. 59;
Klüber Bd. I. p. 266.
Die Mutter des Verklagten war also Reichsgräfin.
Die Frage stellt sich also so: Ist die Heirath eines Herrn
aus reichsständischem Hause mit einer in den Reichsgra-
fcnstand erhobenen Person von niederm neuen Adel für
eine notorische Mißheirath im Sinne der Wahlkapitula-
tion von 1742 zu halten?
Diese Frage muß verneint werden. Der von Klü-
ber und Heffler ausgestellte Grundsatz, daß der Be-
griff der notorischen Mißheirath nicht über die vorhandenen
gesetzlichen Bestimmungen hieraus ausgedehnt werden könne,
ist der richtige. Die einzige gesetzliche Bestimmung aber,
die es gibt, ist die, daß die Heinath eines Herrn aus
rcichsständischen Hause mit einer bürgerlichen Person eine
Mißheirath sei. Ein Frauenzimmer von weiterm neuen
Adel ist aber keine bürgerliche Person, und noch weniger
kann eine in den Rcichsgrafenstand erhobene Dame für
eine bürgerliche gelten.
Moser Th?. Ist. p. 331. erklärt sogar die Ehe eines
Fürsten mit einer Bürgerlichen, welche simpliciter in den
Reichsgrafenstand erhoben worden, für ebenbürtig.
Klüber a. a. O. Bo. I. p. 267. eben so Danz
Bd. 6. p. 249 führen aus einer Sammlung rcichshof-
räthlicher Gutachten von Zan g's an, daß Kaiser Franzi.,
welcher auf Karl VII. folgte (1745), sich von einer aus
vormaligen Reichshofräthen zusammengesetzten Kommission

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