Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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folgt selbstredend, daß bei Vertheilung des Preises im
Ganzen auf die einzelnen Grundstücke nicht weniger fallen
darf, alS im Einzelnen bereits geboten ist. Der Gläubi-
ger des einzelnen Grundstücks bat unbedingt auf die da-
für einzeln gebotenen Summen bereits ein Recht erlangt,
was er dadurch, daß später im Ganzen mehr geboten
wird, nicht wieder verlieren kann, sonst würde er stch auf
dir Aussetzung im Ganzen nicht einlassen, welche er nur
deßhalb zuläßt, um möglicherweise noch mehr zu erlangen.
DaS, was nun aber durch das Gebot auf's Ganze mehr
erzielt wird, kann nur nach dem Berhältniß der Taxe
vertheilt werden. Die Tape ist die Grundlage, nach wel-
cher man den Werth der Grundstücke bestimmen muß, die
einzelnen Gebote bieten dafür keinen sichern Anhaltspunkt
dar; denn eS ist nicht zu ermitteln, durch welche Um-
stände die Gebote auf die einzelnen Grundstücke und das
höhere Gebot auf's Ganze herbeigeführt worden sind. Der-
jenige, welcher das Ganze bedeutend höher bezahlt, rech-
net vielleicht einzelne Grundstücke zu einem weit höhern,
andere zu einem weit geringer« Werthe an, als bereits
einzeln darauf- geboten worden ist. Sollte die Vertheilung
lediglich nach den Einzelgeboten geschehen, wären die größ-
ten Ungerechtigkeiten nicht zu vermeiden. Es würde dann
von dem auf das Ganze erzielten höhern Gebote auf solche
Grundstücke, auf welche im Einzeln nichts geboten, bei
der.Vertheilung nichts fallen, trotz dem, daß sie vielleicht
einen weit höhern Werth haben, als die, worauf Einzel-
gebote erfolgt sind. Bei solchen Grundstücken die Taxe in
Anschlag bringen zu wollen, wäre Willkür und könnte wieder
zu der Unbilligkeit führen, daß auf diejenigen Grund-
stücke, worauf im Einzelnen gar nichts geboten, ein höheres
Quantum fiele, als auf solche, worauf nur ein geringes,
weit unter der Taxe bleibendes Gebot geschehen, trotz dem,

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