Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

durch daS Gutachten des Thierarztcs Q., der dasselbe
bekundet, vollständig bestätigt wird. Daß nun Verklagter
um den Fehler zur Zeit des Tausches gewußt habe, ist
nach der Dcvositton des Q., der solches dem Verklagten
bei der Besichtigung gesagt haben will und des B. un-
zweifelhaft, zumal H. das Pserv am Auge behandelt und
und die Gefahr des Erblindens dem Verklagten angczcigt
haben soll» Eben so ist durch die Nichterklärung des Ver-
klagten auf den deferirten Eid in conkuin. dargethan, daß
Verklagter die Pferde gerade wegen der Fehlerhaftigkeit
veräußert und dem H. A. die Absicht erklärt habe, dem
Kläger den Fehler zu verheimlichen.
Hat aber hiernach Verklagter die Fehlerhaftigkeit des
quäst. Pferdes gekannt unv dasselbe dessenungeachtet beim
Handel für fehlerfrei ausgegcben, so hat er den Kläger
vorsätzlich in einen seine Rechte kränkenden Irrthum ver-
setzt, d. h. einen Betrug begangen. Steht dieses nun
fest, so kann von der im §. 343. Tit. 5. Thl. I. des
A. L. R. vorgeschriebencn Verjährung nicht die Rede sein,
da auch nach Gcm. N, wenn Jemand in oder außer dem
Kontrakt durch Betrug Schaden gelitten hatte, er auf
Ersatz des Schadens, ohne zu sagen, ob aus dem Kon-
trakt oder acliono doli oder in factum und zwar inner-
halb 30 Jahren klagen konnte. Höpfner Com. p. 746.
Kläger hat in casu nach §§. 349 seq. 1. c. die Wahl,
vom Vertrage abzngehcn oder Ersatz des durch den Be-
trug ihm verursachten Schadens zu fordern. Letzter» ver-
langt er im gegenwärtigen Prozesse. Wegen dieser ihm
freistehenden Wahl kann es auch nicht auf den ihm vom
Verklagten über das Anbieten, den quäst. Tauschhandel
nach Anzeige des Fehlers wieder aufzuhebcn, deferirten und
acceptirtcn Eid ankommen.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer