Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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nrr guten miinsterländischen Frau auch Mal wlkder em-
gefallen ist, ohne Blödsinn'*> oder Abwesenheit ihres Man-
nes, von jener Rarität Gebrauch zu machen, was bei der
auch hier dahinschwinrcnvcn patriarchalischen Zeit wohl
noch mehrmals eintreten dürfte.
Der Zeller T., Kreises Ahaus, wurde durch rechtskräftiges
Erkenntniß vom 5. Ott. 1843 verurtheilt» dem Zeller U.
vaselbfi, der eine Schwester des T. zur Frau hatte, die
Hälfte des Nachlasses der Eltern des T. und der Ehefrau
U., mit den seit 23. Juli 1838 gezogenen und zu ziehen
gewesenen Früchten herauszugeben, und hat hierauf das
Inventar gelegt. U. trat am 19. Februar 1846 Nagend
gegen T. auf, indem er behauptete, daß das eingereichte
Inventar mangelhaft sei, und trug auf gerichtliche Erb-
sonderung an. Im Verlaufe dieses Prozesses berief sich
der Verklagte T. auf einen zwischen ihm und der Ehefrau
des Klägers geschlossenen Vergleich vom 18. Juli 1844,
demzufolge diese dem Verklagten den ganzen elterlichen
Nachlaß gegen eine Abfindung von 1150 Thlrn. übertra-
gen, und auf alle weitere Ansprüche an das elterliche
Vermögen Verzicht geleistet hatte.
Dieser schriftliche Verzicht wurde im Original über-
geben, und ist unterschrieben:
Genehmigt Joh. Beruh. T.
Genehmigt Ehefrau U. Adelheid geb. T.
Kläger bestritt die NechtSbeständigkeit dieses Vergleiches,
weil
1) feine Frau denselben allein nicht habe abschließen
können,
») Gegen den Blödsinn de« Manne« spricht wenigsten«, dafi er
nach jedem in der Sache adgehaltcnen Termine seiner Frau
einige praktische Vorlesungen «der jene Rarität de« Provinzial-
rech!« gehalten haben soll.

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