Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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der insinuirten Citation besaß, den Gegner, wenn derselbe
ein obsieglicheS Urtheil crbält, vollständig entschädigen, den
Werth der Sache und die entstandene Berschlimmerung
nach der Zeit der insinuirten Citation vergüten muß.
Diese Vorschrift deS Gesetzes ist allerdings ungenau und
unbestimmt, doch möchte ich sie, wie ries die Revisoren
tbun, nicht grade auch für überflüssig halten. Zwar in
vielen Fällen bat schon die durch die Behändigung der
Klage bewirkte Unredlichkeit jder Besitzer dieselben Folgen,
allein in einzelnen Fällen wird die Sache ligitiös, ohne
daß ihr Besitzer ein unredlicher würde, z. B. bei der
Hvpothckenklage, bei der Servitutenklage, sodann aber ist
er nur eine Wirkung der Litigiösität, daß der Besitzer zur
Zeit der insinuirten Citation auch für die nachtheiligen
Dispositionen dessen, der nach ihm besitzt, verantwortlich
ist» was der unredliche Besitzer überhaupt nicht ist. Daß
dies aber wirklich der Fall sei, scheint mir aus den Wor-
ten des tz. 48. hervorzugehcn, da zuerst dem Besitzer
ohne alle Beschränkung, er mag also schon bei der Insi-
nuation besitzen oder erst nachher zu besitzen anfangen,
jede nachtbeilige Veränderung untersagt wird, und sodann
derjenige, welcher zur Zeit der insinuirten Citation besaß,
dafür verantwortlich erklärt wird, woraus also folgt, daß
letzterer für jede nachtheilige Veränderung durch irgend ei-
nen, Besitzer einstehen muß. — Die Unbestimmtheit des
Gesetzes liegt darin, daß nicht gesagt ist, welches Versehen
der Besitzer vertreten und wann er den Werth der Sache
und wann die entstandene Verschlimmerung vergüten muß.
Unbedenklich ist aber anznnehmen, daß er jedes Versehen
vertreten, den Werth der Sache aber dann ersetzen muß,
wenn der siegreiche Gegner sich auf keine Weise in deren
Besitz setzen kann, wie für den Fall der Veräußerung
A. L. R. Thl. I. Tik. 12. §. 10. vorgeschriebe» ist, so

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