Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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des, den er betrifft, schriftlich hätte geschlossen werden
müssen, liefern. Ein solcher Vertrag hat an und für sich
gar keine rechtliche Folgen, er begründet keine Rechte, keine
Verbindlichkeiecn. Tritt Erfüllung von der einen oder
andern Seite bin;u, so entstehen zwar Rechte und Verbind-
lichkeiten. Diese haben aber ihren Grund nicht in dem
Vertrage, sondern in den Leistungen, welche in Folge des
Vertrages geschehen sind und beruhen auf dem Satze, daß
Niemand sich mit dem Schaden eines Andern bereichern
darf. Es scheint daher, mit Rücksicht auf §. 168. Thl. 1.
Tit. 5. A. L. R., als ob ein bei Erfüllung eines solchen
Vertrages oder vielmehr ein bei der Leistung auf Grund
eines solchen Vertrages begangenes Versehen, wodurch
Schaden entstanden ist, nicht zu Schadensansprüchen ex
contractu berechtige, der Schaven vielmehr als ein außer-
halb eines Kontrakts zugefügtcr zu betrachten und nach
den Regeln des Tit. 6. Tbl. I. A. L. N. zu behandeln sei.
Das Zkonigl. Geheime Oberrridunal har indessen unv
zwar aus überzeugenden Gründen anders entschieden.
Ter Landwirth Bernhard B egg er zu Rebbrcke schloß
mit dem Ackerwirrb Heinrich Lappe zu Geselle im Som-
mer 1837 einen mündlichen Vertrag, worin Lappe sich
verpflichtete, 200 Hammel des Begger von der Zeit der
Stallsüttcrung im Herbste 1837 bis zum 25. März 1833
in Futter und Pflege zu nehmen, wogegen Begger für
jedes Stück 22 Sgr. 6 Pf. als Vergütung zahlen sollte.
Für gewisse Fälle sollte unter gcwissn Bedingungen Lappe
die Hämmel auch noch länger behalten. Das intercssirt
hier weiter nicht. Genug — der Vertrag kam zur Aus-
führung, Lappe fütterte und pflegte die Hämmel, Beg-
ger zahlte die Entschädigungssumme. Der letztere nahm
die Hämmel im April oder Mai 1838 zurück. Es fa"**
sich aber, daß die Hämmel fast sämmtlich mit der Faul-

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