Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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dem Geiste der HaubergSordnung vom 29. September 1834
der Gesammiwille der Haubergsgenossenschaft thätig werden
muß. Auch der §. 10. I. c.. worauf Kläger sich berufen,
enthält in dieser Beziehung keine abweichende Vorschriften.
Denn derselbe redet nicht blos von Rechten der Theilneh-
mer einer Eigenthumsgcmeinschaft unter einander, sondern
vielmehr von den Rechten der Theilnehmer überhaupt
— also auch einem Dritten gegenüber.
Ferner suchen Appellanten auszuführen, eS sei nicht
aus Theilung des Haubergs - Eigenthums oder Herausgabe
eines Theils des Tannenstücks geklagt, und keine Vindikation
und Theilungsklage angcstellt worden, vielmehr fei die er-
hobene Klage die 8- 2. Tit. 32. Tbl. I. A. G. O. be-
zeichnete, indem Kläger die Ungültigkeit des von der Ge-
meinde behaupteten Anspruchs auf den Streitgegenstand
rechtlich auszuführen versucht hätten. Aus dem Inhalte
der Klage, sowie aus allen späteren Verhandlungen geht
aber klar hervor, daß allerdings eine Vindikation von den
Klägern beabsichtigt worden ist. Diese ist in dem An-
träge, ihnen dar Mitcigenthum zuzusprechen, offenbar ent-
halten; dieser Antrag involvirte natürlich zugleich auch die
Absicht, etwaige EigentbumSansprüche der Verklagten zu
verneinen und dieselben zur nähern Begründung ihrer ver-
meintlichen Anrechte zu provozirrn. Diese Ansicht erscheint
jedoch nur als Neben- nicht als Hauptzweck des erhobenen
Rechtsstreites. — Ebensowenig ist — wie Appellanten be-
haupten zu wollen scheinen — durch den Umstand, daß von
keiner Theilung des Haubergseigenthums die Rede ist — was
ja schon gesetzlich nicht der Fall sein kann — dieVindikation aus-
geschlossen. — Denn ein Mitcigentbum zu ideellen Tbeilen kann
offenbar ebensogut vindizirt werden, als ein reeller Theil.
Keineswegs endlich folg! daraus, daß Kläger wegen
Mangelnder Aktiv-Legitimation abgewiesen worden sind, daß
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