Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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selbe wie der erste Pfändende, nur ein Pfandrecht auf den
Ueberschuß rinräumen wollen, somit eine Kollision, wie sie
§§. 75. 76. A. L- N. Tbl. I. Tit. 7. voraussetzen, nicht
eintreten. Die einzige Frage ist nun, ob die Bestimmun-
gen über das Faustpfand A. L. N. Thl. I. Tit. 20. §.
104. 105. 271 275., wonach also ein conr»tilutum pos-
sessorium beim Faustpfande nicht Statt findet, auch auf
das hier fragliche nvthwendige Pfandrecht Anwendung
finden, was zu verneinen nach der Analogie der Immission
doch wohl Manches für sich bar. Ein späterer Käufer
würde dagegen, wenn er den körperlichen Besitz erlangt
hat, nach A. L. R. Thl. I. Tit. 7.§ . 74. Thl. I. Tit. 20.
§. 274 — 277. das Pfandrecht nicht zu achten brauchen.
— Tie Ausftandverwilligung unter Vorbehalt des Pfand-
rechts würde dieses wohl nicht aufhebcn, da luctum und
unimus dieselben bleiben. Es würde Grausamkeit sein,
durch eine engegengesetzte Ansicht den Gläubiger zu zwingen,
wenn er sein Pfandrecht nicht aufgebcn will, sofort ver-
kaufen zu lassen; nirgend ist dem Richter verboten, die
Akten alsdann statt sie zu reponiren, nochmal sie reprodu-
zircn zu lassen; solche mechanische Dinge müssen sich den
höheren Zwecken der christlichen Gerechtigkeit unterordnen.
Die Ansichten bei den Gerichten sind überall verschieden.
Das Arnsberger Oberlandesgericht legte bisher nur der
körperlichen Auspfändung das Immissions-Pfandrecht bei.
Das diesige Landgericht rcproduzirte früher auf Ausstands-
Vcrwilligungen nach deren Ablauf die Akten, später zog es
vor, sie alsdann sofort zu reponiren, was natürlich, da es
nun erst wieder eines neuen Antrages bedarf, die Ausstands-
Verwilligungcn seltener machte. — Für das Wohl des durch
die Roth der Zeit gedrückten Schuldners sind diese Fragen
wichtiger, als manche auf dem Landtage verhandelte!
Sommer.

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