Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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gefallen, gegen die Verpflichtung, seine Geschwister zu er-
nähren und ihnen eine billige Abfindung, aber keineswegs
eine Quote des Gutes zu gewahren.
Der Vormund räumte zwar die in der Klage vorge-
tragenen Thatsachen als richtig ein, er wollte aber gleich-
wohl die Anwendbarkeit des Gesetzes vom 13. Juli 1836
nicht anerkennen, und hat auch das Königl. Land- und
Stadtgericht zu Werl als substilnirtc Spruchbchörde in dem
am 22. Februar e. erlassenen Urthcile die Klägerin cum
expensis abgewicsen.
In den Grünten ist auSgcsührt, daß bei den schatzpflich-
tigen Kolonatgütcrn weder durch Provinzialgcsctzc noch
durch Statuten eine von dem gem. Neckte abweichende
Erbfolge eingcführt sei, noch daß die Klägerin eine solche
bei dem Sassen Gute nachgcwiesc» habe. Als eine solche,
von dem gem. Rechte abweichende Erbfolge könne insbe-
sondere nickt angesehen werden, daß Einer allein in das
Gut succcdirt habe und die übrigen Kinder bloS eine Ab-
findung daraus erhalten hätten; denn die Untheilbarkcit
der Güter habe nur im Interesse des Gutsherrn und der
Steucrvcrwaltung bestanden.
Gegen dieses Erkcnntniß hat Klägerin avpellirt, indem
fie sich durch den ganzen Inhalt desselben beschwert fühlt,
sie hat auf Acndcrung des Erkenntnisses nach dem Klage-
anträge angctragen.
In der AppellationS-Nechtfertigung tritt sie den Be-
weis an, daß die Kolonat- und Erbgüter namentlich in
dem Kirchspiele u:ld Gericht Stockum und Umgegend der
vor dem Gesetze vom 5. November 1809 oben angcdeu-
tetcn herkömmlichen Erbfolge unterlegen hätten.
Der verklagte Vormund bat auch riese Thatsachen als
richtig anerkannt, ist aber dabei verblieben, daß hieraus
dic Anwendbarkeit des Gesetzes vom 13. Juli 1836 auf

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