Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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zu tragen habe. Oonst. 10. do procurator. Const. 7.
de transact. — Hat Cie Partei ihrem Beistände die
gebörigen Aufklärungen zur Führung des Rechtsstreites er-
lheilt, und hat dieser dieselben nicht zur rechten Zeit gel-
tend gemacht, so trifft die Nachlässigkeit auch nothwendig
seine Partei, die gegen ihn eine Klage auf Schadensersatz
hat. kr. 6. 8. mundati, j'r. 42. §. 2. de procurat.,
const. 13. mandati. In so weit besteht zwischen diesen
ein gegenseitiges Vertragsverhältniß, worin die Partei
gegen ihren nachlässigen Anwalt auf Schadensersatz zu
klagen die Befugniß bat; dagegen aber, wenn jene Beiden
der Gegenpartei gegenüber stehen, werden sie identisch für
eine Person angesehen, weil, was der Rechtsbeistand der
Gegenpartei gegenüber thut, seiner Partei je nach entweder
zum Vortheil oder Nachtheil gereicht. — So wenig daher
allenfalls der Anwalt in seiner Eigenschaft die Wiederein-
setzung in den vorigen Stand zu verlangen vermag, eben
so wenig kann es die Partei in getrennter Weise für ihre
Person; widrigenfalls der Nechtsbeistand nicht als voll-
gültiger Vertreter seiner Partei angesehen werden müßte,
was doch offenbar wider die Einheit der Vertretung in
einer und derselben Sache verstoßen würde. Sobald aber
der Rechtsbeistand aus der Gehörigkeit der Vertretung
herausgeht, indem er, dem Interesse seiner Partei zuwider,
diese durch Kollusion oder Bestechung von Seiten des
Gegners im Rechtsstreit unterliegen, oder irgend eine pro-
zessualische Frist verstreichen läßt, tritt er nicht nur außer-
halb der Linie seiner Amtsbefugnisse, sondern auch in Ge-
meinschaft mit dem Gegner ans widerrechtliche, ja sträfliche
Weise wider seine Partei auf. — Daher erklärt es sich
denn auch, daß solchenfalls der Anwalt wegen des Man-
datsverhältnisses hauptsächlich, und wenn er zahlungsun-
fähig befunden wird, die Gegenpartei nur subsidiarisch durch

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