Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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steht ihm nicht zur Scite, da derselbe nur jede Ersitzung
Seitens der Handlung Gombel et Levi als loalac fidei
possessor ausschließcn würde. Es ist eine ebenso will-
kührliche als den klaren Vorschriften der §§. 613. und
614. a. a. O. zuwidcrlaufcnde Interpolation, wenn der
Implorant die Worte des §. 592.: „wider welchen eS
ergangen ist," in den Satz: „welcher sich demselben unter-
tverfen muß, und gegen den cs in jure ergangen ange-
sehen wird," umschaffen will; denn nach den zitirten §§.
kann jeder Nachfolger im Besitze, er sei Erbe oder nicht,
— und der erste muß doch gewiß sich^ dem wider seinen
Erblasser ergangenen Judikat dem ganzen Umfange nach
unterwerfen, — den hier gar nicht vorliegenden Fall veS
8. 584. d. i. gcstoblcnc oder geraubte Sachen, allein aus-
genommen, auch dann, wenn der Besitz seines Vorfahren
unredlich gewesen ist, die Verjährung bei eigener bona
fides anfangen. Schon hieraus ergibt sich folgerecht, daß
6er §. 592. nur auf den eigentlichen Verklagten, der durch
das Judikat in malum fidem verseht worden, Anwendung
studet, nicht aber auf dessen Nachfolger im Besitz, diesen
also auch nicht hindert, eine neue Verjährung zu beginnen.
Zur Evidenz bezeugen solches die veröffentlichten Materia-
lien des A. L. N. zu der Lehre von der Verjährung durch
die Bemerkung von Suarez in der revisio monitorum
ju dem ersten Entwurf, welcher die allgemeine Bestimmung
Enthielt: „Gegen rechtskräftige Urthcile sindet die Ver-
wahrung der Regel nach nicht statt." —
"Bei der prmscriplio acquisitiva würde ich einen Un-
terschied machen. Derjenige, gegen welchen das judi-
catum ergangen ist, kann dagegen nicht präskribircn,
U>eil er einmal in malam fidem versetzt worden. Der
successor singularis kann ex sua persona die Prä-
skription anfangcn, nur bei dem successor universalis ist
^**1. Jahrgang rs Hcf>. 14

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