Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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und für den Fall, daß der Andere verstarb, ein alleiniges,
konfolidirteS, nunmehr durch einen Einzelnen zu repräfen-
tirendeS Recht gab. Diese Erscheinung ist nicht etwa eine
vereinzelte, allein bei Gewinngütcrn anzumffendc, sondern
vielen Arten von Ackergütern gemeinsam, bei denen ein auf
gutsherrlicher Investitur beruhendes erbliches Besitzrecht
bestand, so bei dem Kolonat, den in Leibcigenthum stehen-
den Gütern, und bei den Behandigungsgülcrn. Die Auf-
einanderfolge der Besitzer war durch eine Kette von In-
vestituren vermittelt. Den DcScenrcnten war zwar auf
Wtederbelehnung eine Aussicht eröffnet, diese Aussicht konnte
sich aber, so lange noch eine vorige Investitur iy Kraft
war, nicht verwirklichen. Dies Prinzip war aber auch,
wenn die Güter unzcrsplittert und ungctheilt erhalten wer-
den sollten, unvermeidlich. Es durfte weder, so lange von
den gesammtbeliehenen Ehegatten noch einer vorhanden war,
ein zweiter «Kölon oder Gewinnträger neben ihn treten,
noch, wenn eine frühere Investitur ihr Ende erreicht hatte,
das Gewinnrecht mehrern Erben ertheilt werden. Nur
einer von ihnen konnte Anerbe sein und einen Ehegatten
wieder in die Gesammtinvestitur aufnehmen. Diese Auf-
folge nur eines einzigen Anerben verniittelie, wo nicht eine
besondere Successionsordnung Etwas dicftrhalb vorgesehen,
die Bestimmung des vorigen Gcwinnträgcrs in Gemein-
schaft mit den, Gutsherrn, oder die Bestimmung des Letz-
tern allein. Erst dann, wenn fo eine Ancrbefolge und
Gewinnerneuerung eintrat, fand, den Fall der Anticipirung
abgerechnet, eine in Ausstattung bestehende Absindung der
übrigen Kinder statt. Dieselben erbten von dem Gewinn-
recht nichts und konnten Erben ihrer Eltern nur in An-
sehung deren extraprädialen Vermögens werden.
Angewandt dies auf den vorliegenden Fall, blieb
Schulze-Barop beim Tode seiner ersten Ehefrau im

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