Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

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cessor singularis zu betrachten, und mithin nicht über
den Betrag der Massa hinaus haftbar seyn. Eben des-
halb haften die Immobilien, welche auf Kinder erster
Ehe verfallen, für die Schulden nicht, welche der parens
in zweiter Ehe kontrahirt. A. ererbt in erster Ehe 2000
Thaler Immobilien ohne Schulden. In zweiter Ehe
macht er 3000 Thaler Schulden Tie Kinder erster
Ehe entsagen seinem Nachlasse (Jllaten und Delaten) und
behalten so die Immobilien erster Ehe für sich. Würde
aber A. umgekehrt tu erster Ehe 1000 Thaler Schulden
kontrahiren, und in zweiter Ehe Immobilien gewinnen, so
würde der Gläubiger erster Ehe auch auf diese Immo-
bilien verfahren können, weil er die Schuld in zweiter
Ehe hinüber nahm; allein die Kinder zweiter Ehe würden
nicht persönlich haftbar werden, wenn sie seinen Nachlaß
nicht antreten. Aber, fragt es sich, A. soll auch hier
überlebender seyn, so war doch die zweite Ehefrau für
die Schuld mithafbar und diese haften also anch als
Erben ihrer Mutter. Gewiß, würde die Antwort seyn,
wenn sic nicht die Erbschaft unter der Rechtswohlthat
des Inventars autraten.
Daher die Regel: So lange die Ehe nicht getrennt
ist, verfahrt der Gläubiger auf das Gemeinschaftliche der
Gütergemeinschaft sowohl als gegen die Sondergüter
eines jeden Ehegatten. Wird die Ehe getrennt, so bilden
die Illata et Zelata immobilia des Verstorbenen
seinen eigentlichen Nachlaß, in Betreff dessen seine
nächsten Erben als Universal-Sukzessoren zu betrachten
sind. Die Massa der Gütergemeinschaft be-
stchend aus sammtlicheu Mobilien und ehelicher Errungen-

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