Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

- tu —
verhandelten Controverse» schwerlich entstanden.seyn, oder
doch wenigstens laicht eine Entscheidung gefunden' habe».
In den. bei weiten- mehrstcn Fallen war der Uebertrags-
und Leibzuchts-Vcrtrag ein Ganzes, und es verstand sich
von selbst, daß, wenn die bedungene Leibzucht vom-Ge-
. richte, was hier.im Interesse des Staats und des Guts-
herrn handelte, nicht angemessen befunden ward, der ganze
Vertrag, nicht- zur Vollziehung kommen konnte,- sofern
man nicht den richterlichen Vorschlag durch eine neue
Vereinigung nachträglich genehmigen wollte. Ward, aber
die Leibzucht selbstständig bestimmt, weil die -Abtretung
des Gutes, ohnedem schon als Pflicht fest stand, wie
z. B. beim Jnterimswirth, bei. der- Untüchtigkeit: des
alte» Wirths, so mußte natürlich derjenige, dem'daran
gelegen war, die gerichtliche Ncgulirung veranlassen,
weil dieser Gegenstand nun einmal der ganz freien Ver-
rinignng der Betheiligten gesetzlich entzogen war.
Es dürfte unfern Richtern auch schwer werden,
eine Leibzucht zu reguliren. In Folge der dem Bauern-
stände gewordenen Freiheit sind dessen Vermögens-Ver-
hältnisse nicht mehr so einfach, als früherhin, besonders
auch, da nicht zugleich, wie früher gewöhnlich, die Braut-
schätze der übrigen Kinder regulirt und so die Verhältnisse
ganzen Vermögens, die dem Uebernchmer bleibenden
Leistungskräste, klar vorgelegt werden.
Zum Schlüsse ist noch einer irrigen Meinung von
Dielktz zu erwähnen. Derselbe stelltdie Behauptung
anf, der Altentheil könne auch bei anderen Grnnd-

ie) Commentar zum <y, x Bd. 2. S 598. 599.

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