Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

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l'a nicht blos. um die Form eines Vertrages, .sondern um
eine gerichtliche Regulirung, um' ein selbstthätiges richter-
liches Eingreifen, gegründet auf die Vinkulation und
Bevormundung, der.'früher überhaupt der Alt-Preußische
Bauernstand., unterlag-, und diesem steht die neue Freiheit
und Eigenthum der: Bauern diametral entgegen.
.'. Zn den diesseit-elbischen Provinzen gilt nicht nur
das Land-Cultnr-Edikt! vom 14. Septbr. 1811 "^ son-
dern es: war. dort auch durch die anerkannte fremde Ge-
setzgebung miud'estens - der Zustand von Freiheit und ge-
meinrechtlichen. Eigenthum/-wie jenseits der Elbe, einge-
führt. : Es giebt dort-Niemand mehr, der sich um Leib-
zuchtsverhältnisse zu kümmern hätte. Tie eigentliche Leib-
zucht - im. juristischen Sinne setzt ein.gutsherrliches«Vcr-
hältnkß.voraus,! welches:. hier':doch aufgehoben und ent-
n>edcr-iil..cin -bloßes -Ober-Eigcnthum oder in das Recht
eines Realgläubigers verwandelt ist.
.Was; also jetzt an Altentheil verschrieben wird,
fällt nicht, mehr unter das deutschprivatrechtliche Geschäft
der,§§. 603 — 605. Allg. L, R. Th.. I. Tit. 11.,
sondern unter, die allgemeinen Satzungen der §§. .595 ff.
daselbst, oder auch der §§. 606 ff., wenn nach §. 608.
der Werth des übertragenen Guts angeschlagen ist.. Von
einer gerichtlichen Regulirung kann sonach beim Altentheil
so wenig, .als bei der vertragsmäßigen Bestimmung son-
stiger fortdauernder Prästationcn! die Rede scyn. Be-
ständen die alten Verhältnisse noch, so würden die jetzt

>3) S. Min. Rescr. vom 27. Jan. 1832 >,n Jahrb. Bd. 32.
!. 114. 112.

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