Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

618

daß auch nach cingctretener Bedingung eine neue Ueber-
gäbe an den Käufer erforderlich ist, so findet doch Appel-
lant in dieser gesetzlichen Disposition ganz irrig die alleinige
Wirkung einer dem Vertrage beigcfügten Resolutiv- Be-
dingung. Die Hauptwirkung derselben besteht in der
Wiederanfhcbung des Vertrags selbst, wobei nach §.115.
Tit. 4. 1. c. der bedingt Berechtigte sein Recht mit
dem Eintritt der Bedingung verliert und wegen der etwa
gezogenen Nutzungen die Bestimmungen des §. 116 eeq.
1. c. zur Richtschnur dienen müssen.

Diese Erkenntnisse beweisen neuerdings, wie wenig
diejenigen das allgemeine Landrecht nach seinem wahren
Geiste interprctiren könne», welche auf dessen Entstehung
aus und auf seine Verbindung mit dem gemeinen Rechte
keine Rücksicht nehmen.
Das pactum reservati dominii ist daraus
entstanden, daß nach römischen Rechte an und für
sich das Eigenthum vor bezahltem Kaufschillinge un-
geachtet der Tradition nicht, wohl aber dann, wenn
lides de pretio habita war, überging.*) Um sich
nun in einem solchen Falle des kreditirten Kaufschillkngs
zu sichern, erfand man den Nebenvertrag des vorbehal-
fcncn Eigenthums?) Es war nun sehr bestritten, welche
Wirkungen dieser Vorbehalt habe, ob er das Eigenthum

1) §. 4l. J. de acquir. rer. dom. (2, 1.)
a) Glück Pandekten, Commenk. Bd. 16. S. 2Z0ff.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer