Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

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gefähr eben so viel wie die durch »die Schichtung er-
wordene wirkliche Erpektanz bedenket."
Vogelfang*2) untersucht die Frage, wann zur
Zeit der Publikation des Gesetzes vom 23. Januar 1808
das Recht auf Herausgabe des Guts erlangt sey? nnd
beantwortet diese nach Cap. Xk. §. 1. der CigenthumS-
vrdnnng dahin, daß das Anerberecht nnd das Recht
auf Herausgabe des Guts erworben gewesen, wenn da-
mals auch nur einer der die Stätte miterhabenden Eltern
mit Tode abgegaugen sey. Wigand greift diese Be-
hauptung in dem Provinzialrechte für Minden S. 229 flg.
ausführlich an; wir können uns aber von der Unrich-
tigkeit der Ansicht Vogelfangs nicht überzeugen, müssen
sie vielmehr vollkommen theklen. Es wird dagegen haupt-
sächlich angeführt:
1. "Es könne wohl nicht dem mindesten Zweifel un-
terliegen, daß wenn in der Ekgenthumsordnung Xl. §. 1.
vom Tode Eines der Colonen die Rede sey, der über-
lcbende gemeint werde.« Wir glauben nein! Unsere
Gründe sind: Wenn das Gesetz nichts weiter sagte, als
durch den Tod "Mannes oder Weibes" so bliebe die
auf allen Fall sehr gezwungene Auslegung von Wigand,
daß dieser Man» oder dieses Weib der conjux superstes
scy, möglich; jetzt wird aber noch hinzugefügt „oder
beider," und diese zwei Worte werfen die ganze Aus-
legung über den Haufen; ist nämlich Mann oder Weib
der Ueberlcbende, so sind mit dem Abstcrbcn des einen

^1 Der Grundbesitz S. 46.

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