Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

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Heilen, so lange noch eine bäuerliche Leistung darauf
haftet, unterliegen aber bei der Auseinandersetzung keinen
weiteren Beschränkungen. Sie können die Beschränkung
durch Ablöse der Lasten aufheben, und sydann zur Natural-
Heilung schreiten, sie können das Gut subhastiren. Keiner
hat ein Recht zum Widerspruch: der Staat nicht, weit
ein Berbotsgese- hiergegen nicht eristirt, der Gutsherr
nicht, weil sein Recht nur so weit reicht, daß er der
Theilung vor der Ablöse widersprechen kann, keiner
der Mkterben, da sie alle mit gleichem Rechte gerufen
sind, und keinem ein Titel zur Seite steht, aus welchem
er die Andern vom Gute ausschlkeßen könnte.
Es findet also in einem solchen Falle unseres Er-
achtens die Vorschrift des Allg. L. R. I. 17. §. 90.
zum Zwecke der Auseinandersetzung ihre volle Anwendung«
§. 5.
Was erhält der Gutsnachfolger?
Die romanisirenden deutschen Juristen hatten bei
dm Leibeigenen nach und nach den Satz geltend zu
machen gesucht: .quidquid servus acquirit, domino
acquirit. Man brauchte indeß die Bescheidenheit, den
Leibeigenen die Früchte seines eigenen Fleißes verzehren
zu lassen. War aber eimal der Sterbfall über seinen
Erwerb hinweg gegangen, so wurde derselbe Zubehör des
Guts.") Hier kann von einem Allodialnachlasse nicht

«) Münst. S. O. II. l. $. 4. Minden-Rav. §. O. 111.
$. 4. Vergl. Wigand Prov. R. für Paderborn l. Bd.
S. 127 folg. Prov. R. für Minden t. Bd. S. 270 folg.

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