Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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Köln 1783 abgedruckt. Bei dem ersten Rückblicke auf
diese Hauptquellen unseres ehelichen Güter-Rechts, wie
dieses, insofern hiedurch eine eheliche Gütergemeinschaft
begründet war, durch die'Allerhöchste Cabinets-Ordre vom
8. Januar 1816 wieder hergestrllt worden, dringt sich
bald die Bemerkung auf, daß die Verfasser der Rechts-
Ordnung hauptsächlich von Römischen Rechtsidcen
leitet die Grundsätze des letzter» in alle Nechtsmaterien
zu übertragen Bedacht nahmen, und auf diese Art ihrer
Schöpfung im allgemeinen einen ganz fremden Charakter
aufdrückten. Faßt man ferner das eheliche Güterrecht
insbesondere in seinen Hauptmomenten ins Auge*), so
findet sich, daß rücksichtlich des Princips die hiesige ehe-
liche Gütergemeinschaft nicht eine allgemeine sondern eine
partikulaire ist, indem sie nur die sämmtliche eheliche
Errungenschaft, die sämintliche Fahrniß und die Gemein-
schaft der Nutzungen sammtlicher Güter befaßt; daß bei
Trennung der Ehe durch den Tod von dieser Güter-
masse der überlebende Ehegatte die sämmtliche Fahrniß
so wie den Nießbrauch des sämmtliche» Jmmobiliar-
Vermögcns behält, während die Jmmobiliar-Errungenschaft
bei beerbter Ehe auf die Kinder verfällt; bei ^ nicht be-
erbter Ehe aber zwischen dem überlebenden Ehegatten
und nächsten Erben des Verstorbenen vertheklt wird.
Die Jmmobiliar - Delaten und Jllaten des überlebenden

*) Schlüters Provinz. Recht der Grafschaft Recklinghausen
.§. 115 seq. Evelt Abhandlung in v. Kamptz Jah^
büchern der Preuß. Gesetzgebung. Bd. XXIX. S. 11«

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