Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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veranlaßt,: die §§. 142 —144. wobei man davon aus-
ging, daß auf der einen Seite eine bloße Unbequcmlich*
keit oder ein unbeträchtlicher Nachtheil keinen Grund ab-
geben könne, den Bauenden in der freien Ausübung
seines Ekgenthums zu hindern, auf der andern Seite es
wider die natürliche Billigkeit laufen würde, wen» man
dem Bauenden erlauben wollte, um eines bloßen neuen
Vortbeils willen, dem Nachbar den Gebrauch seines Ei-
genthums ganz zu benehmen. Anstatt nun aber diesen
Grundsatz, daß bei jedem Neubau dem schon vorhande-
nen anstoßenden Gebäude so viel Licht gelassen werden
müsse, daß die gewöhnliche Benutzungsart desselben nicht
unmöglich gemacht werde, abstrakt binzustellen, wurde
die Frage davon abhängig gemacht: ob der Nachbar,
wenn die Behältnisse, wo sich die Fenster befinden, mir
von dieser Seite her Licht haben, aus den ungeöffneten.
Fenstern des untern Stockwerks, oder wenn das Gebäude
noch von einer andern Seite der Licht bat, aus den unge-
öffneten Fenstern des zweiten Stockwerks den Himmel sehen
könne? — Dieses ist nicht zweckmäßig. Denn wollte
das Gesetz einen bestimmten und allgemeinen Maaßstab
für alle und jede Fälle aufstellen, und somit die speciellcn
Erörterungen in einzeln verkommenden Fällen abschneidcn:
so durfte derselbe nicht, wie cs doch vorliegend der Fall
ist, wiederum von tausend Zufälligkeiten abhängen, und
nicht hinsichtlich der Entfernung bald zu diesem, bald
zu jenem Resultate führen. Eben wenig war es ju-
ristisch, das Licht-Recht davon abhängig zu machen: ob
die Fenster bereits zehn Jahre oder länger vorhanden
gewesen, oder nicht? Denn sollte darin die Bermnthnng

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