Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

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da der zum Hypothekenbuch stehende Werth oft mehr al-
% und resp. % über der neuesten Wirklichkeit steht,
da beim Recognktkons-System ein solcher Werth noch gar
nicht vorliegt, und die jedenfalls bei einer solchen $0
rechnung eintretenden Schwierigkeiten mit dem Zwecke
einer raschen Rechtshülfe, wie er dem Gesetze vom 4. März
1834 vorschwebte, nicht zu vereinigen waren, so erklärt
es sich sehr wohl, daß man dem Gläubiger ohne weitere-
die Wahl überlassen. Legt der Gläubiger zur Chicanr
unverhältnkß kleinen Partikelchen der Schuld auf einzelne
Immobilien, so ist es ja auch tfm Schuldner ein Leich-
tes, durch Ablegung dieser neuen Pfandschuld das be-
treffende Immobile zu befreien. — Und darum auch wohl
hat der Gesetzgeber im §. 23. verordnet: „Besitzt der
Schuldner mehrere Immobilien, und der Gläubiger will'
sich nicht. mit der Eintragung auf eines derselben be-
gnügen, so darf letzterer nur einen von ihm zu bestim-
menden Theil der Forderung auf jedes Immobile ein-
tragen layen.' Es kann nun der Fall nicht eintretrn,
daß der Schuldner durch eine solidarische Verhaftung
seiner sämmtlichen Immobilien für die Eine Schuld ge-
lähmt und kreditlos werde. Es fallen für die später
vom Schuldner auf einzelne Grundstücke bestellten Hypo-
theken die Schwierigkeiten weg, welche sonst aus dem
Vorgehen solcher solidarischer Hypotheken entstehen. Uebt
nämlich der vorhergehende Gläubiger sein solidarisches
Hypothekenrecht auf das einzelne Grundstück aus und
wird befriedigt, so fällt der hierauf später eingetragen-
Gläubiger aus, wenn gleich der erste Gläubiger durch
den gleichzeitigen Angriff auf die mehreren ihm verpfän-

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