Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

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famc Merkmal, daß derselbe nur einen provisorischen
Rechtszustand begründet,-wogegen der zweite, der
unbestimmte 'summarische Proceß, die definitive Feststellung
der Rechtsverhältnisse unter den Partheken herbeiführt,
und nicht nur geeignet, sondern wahrscheinlich und hoffent-
lich auch berufen ist die Regeneration des ordent«
, lichen Processes vorzubereiten. Es sey uns erlaubt,
die Gründe anzudeuten, welche diese unsere Hoffnung
motiviren.
I. Ei» unendlicher leider '»och nicht überall gewür-
digter Fortschritt, ist die Entfaltung der Sache, sowohl
durch die Vortrage der Partheien, als auch die unmittel-
bare Anschauung der.Bcweisresultate, in Gegenwart
. des erkenncnbeit Richters. . Die Vortheile dieser
Verbesserung werden erst von der kommenden Generation
lebhaft empfunden werden, da die fetzige nochan der
Quast-Legitimität des Buchstaben- und Papier-Dienstes
, kränkelt, mit der wir von Jugend auf bis ins reifere
Mannesalter einige Abgötterei getrieben. Die Empfäng-
lichkeit kür unmittelbare Anschauungen ist großentheils
erloschen, und wir vermögen das frische Leben kaum
, anders als durch die -Lamers obscura der Acten-
Deckel zum Bcwußtscyn zu bringen. Allein die Zeit wird
,frische Blüthen treiben; uttter dem Schirme der Oeffent-
lichkeit werden sich Richter und Partheken hören und ver-
stehen lernen. .
II. Eine zweite glückliche Rückkehr zu dem gemein-
rechtlichen Proceß, erkennen wir in der Begründung cmes
-praktisch wirksamen Contumacialverfahrens. Tie
Verordnung vom I.Juni 1833 enthält hierüber folgende
"Bestimmungen:
1) Thatsachen und Urkunden worüber'der-Verklagte im
'Klagbeantwortungstermine sich nicht erklärt, werden
-für ^ügestcmde'n und anerkannt gehalten. Nach den
- 'KlagbeantwörtungÄermlne dürfen
2) fernere Ein reden welche -auf Thatsachen beruhen.

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