Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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ersten Ehe war. Diese Ansicht ist nicht allein ganz in
der Natur der Sache gegründet, sondern durch dke Rüdener
Praxis auch so uniform bestätigt, daß sie kein Beispiel
von einem Falle darbketet, wo abgeschichtete Kinder mit
ihren Halbgeschwistern noch Ansprüche am Vermögen der
folgenden Ehe formkrt hätten. Nur an anderen Orten,
wo auch Rüdener Recht gilt, haben sich in neuerer Zeit
einige Falle dieser Art ereignet, so. daß Rüdener Zeugen
über die Frage eines solchen Erbrechts haben vernommen
werden, müssen, welche sie jedoch ganz im Einverständnis
mit der hier ausgesprochenen Ansicht beantwortet haben.
Wir werden künftig darauf zurückkommen."')
Aus dem Gesagten folgt von selbst, daß der zur
zweiten Ehe geschrittene Gatte, so lange diese Ehe besteht,
oder Kinder daraus vorhanden sind, mit denen er,sich
nicht durch Schichtung abgefunden hat, zum Dortheil der
Dorkinder über keinen Theil des Gesammtvermögens dis-
pom'ren, ihntn keinen Erbtheil mehr zuwenden kann. Nur
insofern, als der überlebende Gatte überhaupt von.Todes-
wegen zu Gunsten Dritter dksponiren kann, wenn er,
mit seinen Kinder» in fortgesetzter Gütergemeinschaft lebt

Ul) Die in einzelne Particularrechte eingedrungene falsche
' Doktrin, daß abgeschichtete Kinder noch einmal miterben
müßten, ist auch gebührend zurückgewiesen von Wigand
Dd. I. <5.54. — Der falschen Doktrin huldigt Scherer
Dd. l. S. 438. wiewohl er nachher S. 446 und 447
zwischen bloßer Abtheilung und definitiver Abfindung
unterscheidet.

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