Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

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keiiienfalls sey», der anwesende Mkterbe wird es für sei-
nen'Antheil anerkennen müssen; ob er aber zugleich als
Vertreter der übrigen Erben zu betrachten, diesen wenig-
stens ein juramentum' de ignorantia über die frag-
liche Eröffnung zngeschoben werden , könne, ist gewiß
zweifelhaft und kaum zu behaupten, wenn man nicht die
Solidarität der Erben zu weit ansdehnen will. Im
Falle, daß die Erben vor Berichtigung der Vermächt-
nisse den Nachlaß theilen, somit die Erben solidarisch
haften, A. ?. R. 1. 12. §. 292., 1. 17. §. 131.,
würde jener anwesende Erbe für daS Ganze haften, da
er jenes dem Ganzen aufgelegte Vermächtniß nicht be-
streiten kann Dasselbe würde nach der Entscheidung in
nnserm Archiv Jahrz. 1. S. 558—561. gelten, wenn die
mehreren Erben das beneficium inventarii verloren,
wenn gleich noch nicht getheilt haben. Der anwesende
Erbe würde aber in beiden Fällen keinen Regreß gegen
die Miterben haben, weil diesen kein Legat aufgelegt ist,
und sein Zeugniß nicht für ihn beweisen kann«. Man
würde aber auch wohl behaupten können, daß durch jene
Vorgänge der Legatar kein neues Recht dem Objekte
nach erlangen könne, so daß, wenn das dem anwesenden
Erben aufgelegte Legat nur für seinen Theil gilt, cs
durch jene Vorgänge keine weitere materielle Gültigkeit
erlangen kann. Man muß Nun freilich überall, wie man
auch kann, voraussctzen, daß das --gemeinschaftlich"-des
§. 283.1.12. nicht "solidarisch" heiße. Wir begnügen
uns, diese Zweifel angedeutet zu haben, da hier nicht
der Ort zu ivektertr Ausführung ist. — Die Ute vom
'Ober-Zkppellatioich-Senat des Kammer-Gerichts und vom

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