Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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wichtigen Arrestfällen nicht immer gnügm wird, um
darauf entscheidende Waaßregeln jN gründen. Tic Lehre
von den Bescheinigungen ist freilich nirgend im Zusam-
menhänge behandelt, und daher in einem, vom Verfasser
gesammelten, Aggregate mannichfach verschiedener Be-'
stimmungen zerstreut. 3m allgemeinen dürfte Folgendes,
das richtige seyn. Beweis kommt nur kn Beziehnng
auf die Deweistheorie, auf die Reflection des er,
kennenden Richters por, und seine Aufnahme ist an die
gesetzlichen Formen gebunden. Bescheinignng kommt
nur im Laufe des Verfahrens vor, hat den Zweck,
den, hier an keine Deweistheorie gebundenen,Rich-
ter von der nach den Umständen größeren oder gerin-
geren Wahrscheinlichkeit eines Umstandes mora-
lisch zu überzeugen, wenn man sich Kürze halber'dieses
Ausdrucks bedienen kann. Daher bedarf cs denn bei
der Bescheinigung der Formen der Beweisführung nicht,
und die Quantität des Beweises kann nach Umständen
geringer oder stärker, als bei der eigentlichen Beweis-
führung seyn. Alles das gilt aber nur im Allgemeinen,
da km Einzelnen manche Bestimmungen über den Be«
scheinigungsbeweiö' bestehen- die sich unter keinen gemein-
schaftlichen Grundsatz bringen lassen. Keinen Falls aber
gehören di« vom Verf. bezogenen Stellen des materiellen
Rechts (A. ?. R. Th. 1. Tit. 21. §.165. A.G.' O.
Th. l. Tit. 10. '§. 160.) hierhin, da sie blos proviso-
rische Rechtsvermuthungen aufstellen. Üebrigens' zeugt
die Abhandlung deS Verfassers von gründlichem Quellen«
Studium.

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