Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

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sehen, warum in dem von .uns vorausgesetzten Falle nicht
auch die Erbescinsctznitg Dritter, wie im gesetzlichen Falle
die Vermächtnisse, bestehen bleiben solle. Der vcrmuthctc

Wille liegt hier so gut wie im gesetzlichen Falle vor.
Dasselbe wird gelten, wenn der Ehegatte, direkt, oder
fidcikommissarisch, zum Mitcrbcil gerufen war^'..es wird
nun das Accrcsccnrrccht10) zu Gunsten des dritten Mit-

erben gelten. . ,r m
Nach diese» Ansichten wird auch - der Fall zu bc-

urthcilen scyn, wo einer der.Ehegatten, welcher einen
Dritten zum Erben oder. Mitcrbcn ernannt hat, dkeser-
halb eine.dem.überlebenden Ehegatten unnachtheili^e Aende-
rung macht. DaS Läüdrccht kennt nach seinem Begriffe
von wechselseitige,» Testamenten einen' solchen' Fall'nicht,
sondern blos Aendcrnngen und Ansätze bei V e r > > i ä ch t Nisse > l
und ändern dergleichen Verfügungen, und bestimmt, daß
sie erstlich die Vernichtung des gegenseitigen Testaments
niemals bewirken, zum andern aber ungültig sepen, wenn
.sie blos einseitig gemacht worden, und zum Nachtheile
des überlebenden Ehegatten abzielen. *1) Eine Abänderung
der Erbeinsetzung ist nach der Unterstellung des Land-
rcchts jedesmal eine Kränkung des Ucberlebenden in sei-
nen Rechten, da dieser ja nur der eingesetzte Erhe ist,
- eine solche Abänderung ist von selbst der von
de», der 8.485. 1U 1. handelt. Die tandrechMjen Be-

.siimmuygett sind hin- also, nicht direkt anzuwenden. 2st

- • 1°) 51. 2. N. Th. I. Tit. 12. §. 2Si;
Z») St. L. R. Th. 11. Tit. 1. §. 487. 488.

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