Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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Falle der Uebernahme einer fremden Schuld, dem
Gläubiger ein Klagerecht zu geben.14)
.. Beim Erbschaftskaufe ist das A. L. R. von dem
Grundsätze des gemeinen Rechts, daß der Erbschastskaufer
wider seinen. Willen von den Creditoren nicht belangt
werden lamt,13) abgewichen, und hat in 1.11. §. 463 ff.
eine solche Klage ' »erstattet, und gewiß hat Niemand
hierin etwas Unbilliges gefunden.
Was sollte entgegenstehen, diesen Grundsatz in der
Art zu generalistren, daß der Gläubiger, das Recht habe,
aus einem zwischen seinem Schuldner und einem Dritte»
geschlossenen Vertragt, .so lange er unter den Contrahen-
te« nicht abgcandert ist, Klage zu erheben?
Will man das Verhaltniß unter einen rechtlichen
Gesichtspunkt bringen, so könnte der Schuldner als Ge-
schäftsführer seines Gläubigers betrachtet, und zugleich
angenommen werden, daß in der Klage gegen den Dritten
eine Entlassung des früheren Schuldners licge.'°) Es

i* *) Voet. Comment. X. 11. §. 27. „Quod tarnen mo-
ribus nostris aci evitandas litium ambages ac
multiplicationem mutatum ajunt, creditoribus ex
aequitate concedentes facultatem, in solidum con-
veniendi illum (heredem) quem defunctus testa-
mento vel pacto vel coheredes convent’one mutua
in solidum voluerunt gravatum/6
15) Thibaut, System §. 736.
*0) L. L. 2 C. de pactis: „Post venditionem heredi-
tatis a te factam, si creditores contra emtores
actiones suas movisse probare poteris, eosque
eas spontanea voluntate suscepisse: exceptione

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