Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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dem einen wesentlichen Punkte, im Uebergange deö Rechtes
auf die Erben, sich unterscheiden sollten. Es fehlt daran
aber nicht nur, sondern es lassen sich auch mehr oder
weniger direkte Argumente dagegen anführen.
Wenn der Erbe des Vertragserben das Recht auf
die künftige Erbschaft des Vertrags-Erblassers schon mit
der Antretrng der Erbschaft des Vertrags-Erben als rin
mit »übergehendes sachliches, Vermögens-Recht erwürbe, so
würde er den Werth dieses Rechts auch in das zu er-
richtende Erbschafts-Inventar aufnehmen müssen,2S) er
würde durch den Tod des Vertrags-Erblassers eine zweite
Erbschaft, Thckl der des Dertragserben, erhalten, und
die Gläubiger beider Erbschaften könnten kn gar nicht
zu hebende Collisione» gerathcn. Auch würde beim
erbschastllchen Liquidations-Prozesse oder gar beim Con-
curse jenes Recht auf die, künftige Vertrags-Erbschaft
einer Versilberung durch Aussetzen aufs Meisigebot kaum
entzogen werden können, wenn einmal der Grundsatz fest-
stände, daß es an die Person des Vertragserben nicht
gebunden; dieser selbst würde es auch zu veräußern be-
fugt seyn. Alles das widerspricht aber zu sehr allen
natürlichen Grundsätzen des Erbrechts, als daß solche
Consequenzen gestattet werden könnten. Man kennt nur
ein Einschlagen des überlebende» Theils,26) nicht
aber eines Erben deS nicht überlebenden Theils, also
auch, was hiermit correspondirt, nur ein stillschweigendes
--) A. L. R. I., S. §. 434.
Allg. L. R. l. 12. §. 641.: »Bei Erbverträgen kann
der überlebende Theil eben so, wie der Trstamentserbe,
sich der Verlassen,'«hast gültig entschlagen "

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