Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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trage Ucbcrlebcnde daS Geerbte sammt seinem eigenen
Vermögen, was conscquent aus der Ausdehnung der Erb-
vertragsrcchte auf die Erben folgen würde, mit seinem
Tode den Erben des Erstverstorbcnen restituiren müsse,
vielmehr sollen solche Verfügungen, wenn sie wirklich ge-
troffen , nur nach den Regeln der fidckkommissarischcn
Substitutionen, was sie wirklich sind, benrtheilt werden.
Ebenso wird aus dem §. 362. I., 9. nichts Entschei-
dendes gefolgert werden können, da er nur eine Regel
ausspricht, und es hier gerade die Frage ist, welche
Rechte der Verstorbene aus dem Vertrage schon erlangt
habe.
Das Allgemeine Landrecht nnterscheidct sich hier
vom gemeinen Rechte dadurch, daß cs keine zwei Erb-
folgen mit innerlich widersprechenden Prinzipien hat, von
denen die eine sie aus dem römischen, die andere aus
dem deutschen ungeschriebenen, Rechte entlehnt. Erbver-
träge sind ihm nur eine species der Verfügungen auf
den Todesfall, 1C) und stehen unter den allgemeinen
Grundsätzen derselben. Im Tit. 9. Th. 1. wird daher
auch gar nicht unter den verschiedenen Erbschaft-Anfällen
»nterschieden. --Sobald der Erblasser verstorben, oder
für todt erklärt ist, fällt die Erbschaft an denjenigen,
welchen rechtsgültige Willenserklärungen des Erblassers,
oder in deren Ermangelung, die Vorschriften der Gesetze
dazu berufen," sagt §. 367. Tie Erbverträge gehören
mit unter diese rechtsgültige Willenserklärungen; da diese
nun aber den Dertragserben selbst, nicht aber dessen

«. L. R. I 12. §>. 1. 2. 617.

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