Full text: Volume (Jg. 2 (1836))

6

«och keine festen Grundsätze gebildet zu hoben. Bei den
gleich vollzogenen Erbverträgen, den Ucbcrträgen deö
Guts mit der Universitas, rca$, wie sich von selbst
versteht, keine wahren Erbverträge sind, kann die unbe-
dingte Transmission, da hier schon wirkliche Rechte auf
das Vermögen selbst erworben sind, nicht zweifelhaft
'scyu, ") wie auch im Jahre 1833 vom Geheimen
Dbertribnnal in Sachen Witwe Theodor Weimann
gcbornc Vogt, nun verehelichte Niebecker z» Nieder,
stadt, Amts Menden, gegen Witwe Johann Theodor
Wei mann geborne Niederstadt und deren Tochter ver-
ehelichte Lösse in Garbeck ausgesprochen ist. Es ist
daher nur eine Anomalie, wenn die Oranien-Nassauische
Verordnung vom 17. Dezember 1783 ") bei solchen
Ucbergabtn. die Vermuthung aufstellt- daß nach dem Tode
der Kinder und deren Nachkommen der Rückfall an die
übertragenden Eltern Vorbehalten worden. Bei eigent-
lichen Erbverträgen dagegen bleibt, wo sich keine feste
Praxis gebildet hat, nichts anderes, als die Auslegung
des Erbvertrages nach der wahrscheinlichen Absicht der
Paciseentcn übrig. Man muß diese Verhältnisse nicht
zu sachlich nehmen, sie haben ihrem tiefsten Ursprünge
nach viel Persönliches. Der Vertragöerblasser wählt den
Dertragserben aus persönlicher Liebe und Wohlwollen,
er wl'll diesem eine gesicherte Zukunft verbürgen, er
nimmt ihn gcwisscrmaaßen in seine Familie, zum nächsten
l») OaS Allg. L. R. Th. l. Tit. 12. §. 656. behandelt solche Der»
träge auch bloS als Verträge unter Lebendigen, wenigsten»
ruckstchtlichder Vermögens-Abtretungen von Eltern an Kinder.
h) S. Meisthin» Nassanischcr Gesetze, Bd. M. S. 126. »27.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer