Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

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nur durch wirkliche Eintragung in die öffentlichen Grundbücher
das Hvpothekenrecht selbst Erworben werden könne; dagegen ist i.i
der Verordnung §. 9 ebenfalls ausdrücklich festgesetzt, daß dieser
§. 411 und alle andere landrechtliche Bestimmungen, welche mit
der erwähnten Verordnung im Widerspruch ständen, sich zur Zeit
gegen diese nicht erheben sollen.
e) Die vermeinte gesetzliche Verweigerung deS Hypotheken-
rechts in Betreff des sich aus dem tz. 52 hcrschreibendcn Nechts
würde sich auch nicht inuner in Ausführung bringen lassen. Denn
wenn das Dokument über eine Tarlehusschuld zu den Grund-
acten eingereicht wird, von den Interessenten aber die schon aus-
gefertigte notarielle Eessionsurkunde noch zurückbchalten ist, so kann
von dem in der Obligation benannten Gläubiger die Valuta im
Eoneurse aus der Immobiliarmaffe in Empfang genommen und
an den berechtigten Besitzer der Eessiens-Urkunde, (welche vielleicht
schon durch mehrere Hände gegangen ist) gezahlt werden. Diese
cessio claudicans kommt also in solche Lage, wie sie schon bei
der Frage 3 bei c — und bei der Frage 9 dargeftcllt ist.
Auf Personalitäten kommt cs bei der Dinglichkeit nicht an,
und ist in solchen Angelegenheiten die Eessious-Urkunde nur ein
metamorphosirtes Primordial-Dokument; die Personalität des Ee-
denten ist in der Persönlichkeit des Cessiouars aufgegangen (con-
suudirt); statt zwei Personen nur Eine, statt zwei Dokumenten
nur Eins.
i) Ob das preußische Hypothekenwesen eine solche Eigen-
thümlichkeit haben sollte, daß wirklich zwei verschiedene Arten von
Hypothckenrechtcn, nämlich a. ein recognoscirteS, b. ein intabu-
lirtes Grundrecht vorhanden wären, ist schon am Eingänge der
Frage beprüft.
8) Der 8. 52 ist keine anomale Bestimmung, sondern, wie
nachgewiesen, eine sich der Lehre von dem Pfandrechte und der
Consusion eng anschließende Vorschrift. In den §§. 476, 482
Tit. 16 ist ihre Quelle zu finden und hat man nur nöthig, Recht
und Sache strenge zu sondern, und zu berücksichtigen, daß der-

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