Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

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bäuerlichen Rechtsverhältnissen. Sie hatten mehrere Kinder.
Der Ehemann starb ohne Testament. Die Witwe Clara Jlsa-
bern Thase setzte die bekannte NavenSbcrger Güter-Gemeinschaft
fort, und errichtete am 26. Mai 1842 mit ihrem einzigen 28
Jahre alten Sohne Johann Friedrich Conrad Thase einen ge-
richtlichen Vertrag. Sie übertrug ihm dadurch das Colonat und
ihr übriges gesammteS Vermögen zum Eigenthum von heute ab.
Er verpflichtete 'sich dadurch zur Ernährung feiner Mutter, rcsp.
Leibzuchtö-Prästationen und Abfindungen an die übrigen Kinder,
insbesondere an die 14 Jahre alte Maria Jlsabein Thase, 250 Thlr.
zahlbar zur Zeit der Großjährigkeit, rcsp. bei früherer Verhci-
rathung abschläglich mit 50 Thlr. Maria Jlsabein Thase starb
unverehelicht und minderjährig am 15. Scptbr. 1846; ihre Mutter
starb am 31. März 1852 mit Hinterlassung eines am 27. März
1847 errichteten Testamentes, in welchem ihre beiden Töchter
Ehefrau Poltert und Ehefrau Holle, so wie der uneheliche Sohn
ihrer Tochter Clara Maria, Namens Friedrich Wilhelm Thafe,
zu ihren Erben ernannt worden. Namentlich ist im Testament
zu diesem zu erbenden Vermögen, als auf die Mutter vererbt und
künftig fällig werdend, die Abfindung der verstorbenen Maria
Jlsabein Thafe angeführt.
Diese Erben haben nun diese Abfindung mit Zinsen vom
6. Januar 1652, wo die Mar. Jls. Thafe 24 Jahre alt gewor-
den sein würde, gefordert und eS ist ihnen solche in.beiden In-
stanzen zuerkannt. Es sind dadurch nach unserer Ansicht allerdings
NechtSgrundfätze verletzt. Es hat nämlich die Mar. Jlf. Thafe
den Brautschatz nicht auf ihre Jntestaterben vererbt, da er nach
dem NaveuSbergcr Herkommen der Stätte heimfällt. Siehe die
belegte Ausführung bei Wigand Provinzialrecht des Fürstenthumö
Minden rc. re. Bd. 1 E. 260 ff. §. 91 — 93: „Wenn ein
Kind, ohne einen eigenen Haushalt gegründet, und des Braut,
fchatzeö zu seiner Ausstattung bedurft, oder denselben gefordert
zu haben, stirbt, so wird derselbe nicht auf seine Geschwister oder
nächsten Verwandten vererbt, sondern bleibt ein Aestandtheil des

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