Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

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wird, sei» persönliches Recht gegen de» ursprüngliche» Schuldner
auch durch die bei der Äaufgcldcrbclegung mit dem Käufer ver-
einbarte Uebernahme seiner Forderung von ■ Seiten des letztem,
verliere, ohne daß cs dazu einer ausdrücklichen Entlassung des
bisherigen Schuldners bedürfte. Der Ansicht dcö Obcrtribunals
(der Gläubiger verlange Befriedigung und erhalte diese vollstän-
dig dadmch, daß der Adjudikatar seine Fordenmg übernehme, was
einer Zahlung gleich stehe, indem die alte Schuld wie durch Zah-
lung aufgehoben und eine neue Schuld an deren Stelle getreten,
somit von den. Rechte des Gläubigers aus der alten Obligation
keine Rede mehr sein könne) widerspricht der Vcrfasicr, indem
(S. 68.) Uebernahme einer Schuld nicht den Untergang derselben
bedeute (S. 26.), und bemerkt, daß von dem an sich richtigen
Grundsätze: Uebernahme ist Zahlung, eine falsche Anwendung
gemacht worden, da sie nur dem Verkäufer, nicht aber dem Gläu-
biger gegenüber Zahlung sei, maaßen bei der Subhastation im-
mer der Schuldner und Besitzer der wahre Verkäufer sei, wenn
auch das Gericht oder die Gläubiger als der verkaufende Thcil
genannt werden, so handeln sic doch immer nur als Vertreter des
Eigcnthümers, dessen TiSpositions-Befugniß auf sie übcrgcgangen.
Den: Verfasser ist die Sache also die, der Schuldner verkauft
und der Käufer (Adjudicatar) zahlt durch Uebernahme (erster Akt
des Geschäfts). Die Gläubiger sind berechtigt, Barzahlung zu
verlangen, lassen sie sich die Uebcmahme gefallen, so verzichten
sie damit nicht bloS auf Baarzahlung, sondern auf Befriedigung
überhaupt, und sind damit einverstanden, daß die Forderung fort-
bcstehe. Ihnen gegenüber ist also Uebernahme keineswegs Zah-
lung, weil der Ucbemehmcr nicht ihnen, sondern dem Schuldner
daö Kaufgeld, das er durch Uebcmahme tilgt, schuldig ist. Wir
haben überhaupt nie einsehen können, wie der Gesetzgeber vom
4. März 1634. so ohne weiteres zu der Rechtsverletzung habe
kommen könne», den Hypothekar-Gläubiger durch Anweisung einer
Kausgeldrrforderung, die vielleicht bei einer Rcsubhastation größ-
tentheils verloren geht, ohne weiteres zu befriedigen» ein solcher

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