Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

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wehr nach und nach im Volks- und Geschäftöleben, und zwar
ohne alle Beachtung und Pflege der Wissenschaft sich entwickelt
und auögcbildet hat, so ist es die Natur der Sache — diese
berühmte deutsche NechtSquelle, s. auch B.eseler System des
gern, deutsch. Privat-Recht Bd. I. S. 112, — an welche wir
uns ZU halten haben. Auch aus dem preuß. Rechte , können die
88. 399. A. L. N. I, 14. und 8. 5, 64. ff. I, 16. A. L. R.,
welche die römische Expromission und Delegation wiedergeben
sollen, nicht hierher gezogen werden, wie auch vom Obertribunal
in der. oben bezogenen Stelle Entsch. XX Seite 178. aner-
kannt.
Besonders erörtert der Verfasser noch (S. 36. ff.) a. die
stillschweigende Uebernahme, die sich in Geschäften, welche
auf Uebcrtragung eines ganzen Vermögens oder einer Erbschaft
unter Lebenden gerichtet sind, begibt. Namentlich 1. Erbschafts-
kauf. 2. Verwendung eines ganzen Vermögens zu einer dos.
L. 72. pr. de jure dot. (22. 3.). Ob man hier von Savignyö
und Delbrücks Ansicht, daß der Dotirte unbedingt die Schulden
zahlen müsse, billigen könne, ist sehr fraglich, da das Fragment
bloö sagt, non plus esse in promissione honorum, quam quod
supercsscl dcducio aere alieno, woraus unsres Bedünkens nicht
folgt, daß der Mann für mehr, als die Aktiv-Masse der dos
bietet, aufkommen müsse. 3. Schenkung des ganzen Vermögens;
hier entsteht dieselbe Frage. 4. Schenkung einer Erbschaft. L.
28 fl‘. de donai c. 39. 5.». 5. Verwendung einer Erbschaft
zu einer dos (wie Nr. 2. und 4.) 6. Vitalizienkontract. 7. So-
cietas omnium honorum, indem nach Hasse im Archiv für civi-
list. Praxis II. 31. die bloße Abrechnung der Schulden im
Sinne des römischen Rechts (L 3. ff. pro socio c. 17., 2.)
jetzt als Uebernahme der Schulden für den betreffenden Ge-
sellschaftsantheil erscheine. Hierhin wird auch gerechnet die ehe-
liche Güter-Gcmeinschaft in Ansehung der vorehelichen Schulden,
wo sogar die Auöbcdingung des Gegenthcils nichtig ist, sofern
der Fall des tz. 392. A. L. R. II. 1. nicht vorlicgl. - S.M.

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