Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

297

wie Vindikation, Besitz, Tradition, Ersitzung u. s. w. auf Obli-
gationen anwcndet. Diese Auffassung ist, mit mehr oder minder
Consequenz, im Preußischen und Oestereichischen Gesetzbuche an-
erkannt. — Der Verfasser kommt sonach dahin, daß cs des
procurator in rem suam, überhaupt eines Mandats bei der
Ceffion nach deutsckem Rechte nicht bedürfe. Kann sich die Ces-
sion auf einen Kauf gründen, so kann der Act der Ceffion nicht
zugleich ein Mandat sein, - sintemalen ein Mandat, welches sich
auf Kauf, Tausch, Schenkung u. s. f. gründet, fern Mandat ist.
Nach dem Verfasser ist Obligatio ein lebendiges Berhältniß zwi-
schen Personen, Forderungen und Schuld sind der feste, sachliche
Niederschlag desselben, Obligatio "druckt das subjektive Verhalten,
Forderung und Schuld das objektive Verhalten desselben Begriffs
aus. Obligatio ist ihrer Natur nach ein vorübergebender Ent-
wickelungSprozeß, Forderung und Schuld existiren, insofern sie als
ruhend, alö dauernd gedacht werden. Die römische Auffassung ist
wahr, so lange Forderung und Schuld nicht auf Dritte übertragen
werden, und auch nicht dazu bestimmt sind, übertragen zu werden,
die deutsche Auffassung ist wahr, sobald Forderung und Schuld
aus einem Vermögen in das andere übergehen und in dieser
Veräußerlichkeit eine wesentliche Bestimmung derselben gesucht
wird.
Der Verfasser geht nun im zweiten Abschnitt (Seite 16)
zur Uebernahme fremder Schulden über, welche (Seite 18) ist
der Act, durch welchen eine Schuld aus dem Pafsivvermögen des
Schuldners ausgeschieden und in das Passivvermögen des lieber--
nehmerS übertragen wird; er erfordert Seitens des Uebernehmers
die Erklärung, daß er die Schuld übernehme, und Seitens des
Schuldners die Annahme dieser Erklärung (Entsch. I/ 96. Koch
Schles. Archiv I, 504). Es ist dies ein durchaus selbstständiger
deutscher Vertrag. Cession und Uebcrnahme beruhen auf einem
Grunde, ohne welchen sie im wirklichen Leben nicht Vorkommen.
Die Gründe der Uebcrnahme können sein 1. Schenkung, 2. Zah-
lung, (Uebernahme in rationes pretii) 3. Tausch, 4. Tauschähn-
. Zabrganz, 2 Heft. 20

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer