Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

262

Der Verklagte excipirtc, daß der Kläger nicht für ihn, son-
deni nur für das weimarifche Haus gehandelt habe und baß der-
selbe unerlaubt handeln würde, wenn er für den Abschluß dcS
Geschäftes den beiden Seiten sich eine Zahlung wolle geben
lassen.
Das König!. Kreisgcricht zu Heiligcnstadt ging auf de»
Antrag deS Verklagten, den Kläger zurückzuwcisen, ein und moti-
virte dieses Urtel durch folgende
Gründe:
Tic Klage ist auf ein Mandat gegründet, welches der Der-
klagte dem Kläger crthcilt haben soll und welches Kläger aus
dem Inhalte der eingercichtcn und anerkannten Briefe vom 23.
Januar, 3. und 4. Februar 185t. herleite» will. Aus diesen
Briefen geht jedoch ein solcher Auftrag nicht im Geringsten her-
vor, vielmehr ergibt das Schreiben vom 23. Januar, daß Kläger
dem Verklagten, wie auch in der Klage behauptet ist, den Antrag
zum Eintritte in das Geschäft L. F. S. gestellt hat und daß
der jVater dcö Verklagten diesen anscheinend sehr vortheilhastcn
Antrag vorläufig Namens feines damals abwesenden SohncS zu
acccptiren sich bereit erklärte. In Folge dessen müssen sodann,
wie nach den Briefen deS Verklagten vom 3. und 4. Februar
1851. mit Gewißheit anzunchmcn ist, zwischen den Parteien wei-
tere Verhandlungen stattgcfunden haben, und wenn der Verklagte
während dieser den Kläger wicdcrhalb ersuchte, den raschen Ab-
schluß dcS SocietätS-ContraktcS zwischen ihm und der Handlung
L. F. S. zu bewirken, so konnte dadurch um so weniger ein Man-
dats-Vcrhältniß begründet werden, als Verklagter den Kläger für
den Bevollmächtigten jener Handlung anschcn mußte, mithin auch
nur mit ihm über den Abschluß dcö Geschäftes unterhandeln konnte.
Unzweifelhaft unterhandelte Kläger auch lediglich in Folge des
von der Handlung L. F. S. enthaltenen Auftrages zur Beschaf-
fung eines Associe und deßhalb war er gesetzlich nach §. 22.
Tit. 13. Thl. I. A. L. R. verpflichtet, Aufträge anderer Perso-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer