Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

190

II.
Die Befriedigung des Gläubigers aus dem Vermö-
gen eines Pfandeigenthümers kann geschehen:
entweder zwangsweise durch Selbstbefriedigung
des Gläubigers anö den Kaufgeldern des verkauften
Pfandes,
oder durch freiwillige Zahlung des Pfandeigen-
thümers.
Im elfteren Falle liegt in dem Verhalten deS Pfand-
eigenthümers, welcher genöthigt wird, den Verkauf seiner
Sache zu dulden, den übrigen Pfandeigenthümern gegen-
über weder eine negotiorum gcilio, noch eine in rem ver-
sjo. Denn die ncgoi. gcst. fetzt beim Handelnden den er-
kennbar vorhandenen, Willen voraus, eine fremde Person
zu repräsentiren, und diese Voraussetzung trifft iin gege-
benen Falle.nicht zu. Das Pfand ist wider, oder min-
destens ohneRücksichtauf den Willen des Eigcnthüiners»
verkauft, auf eben die Weise der Kaufpreis zur „Befriedi-
gung des Gläubigers verwendet, der Eigenthümer hat nur
geduldet, wozu er selbst und außer ihm Niemand dinglich
verpflichtet war.
Die in rem versio andererseits enthält selbst nach
der vielfach getadelten unbestimmten Auffassung des Land-
Rechts doch keineswegs einen subsidiären General-Rcchts-
tltel auf Vergütung aller Verluste, welche mit den: Vor-
theile eines Ändern in Hausalverbindung stehen, *) dieser
Kausalverbindung muß vielmehr eine wirkliche Verwen-
dung, d. h. eine Handlung hinzutreten, welche den Ber-
mögensübergang unter Erwartung der Vergütuiig bezweckt.
Die Handlung muß sich darstellen als Erfüllung eines den
Anspruch auf Vergütigung begründenden Rechtsgeschäfts,
*) Koch: Recht der Forderungen II. S'. 530. jo. Dessen
Wechselrecht S. 324.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer