Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

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und sonstige Accessionen zu veräußern, und sich aus den
Kaufgeldern wegen der fälligen, aber vom Schuldner un-
erfüllt gelassenen Forderung Befriedigung zu verschaffen.
Durch Veräußerung einer verpfändeten Sache seitens
des Gläubigers wird dessen dingliches Recht auf diese
Sache unbedingt konsumirt, mag die bezweckte Befriedigung
aus den Kaufgeldern erreicht werden oder nicht. Dagegen
hat die Veräußerung des einen Pfandes keinen unmit-
- telbarenund nothwendigen Einfluß auf das RechtS-
verhältniß des Gläubigers zu den übrigen Pfandeigenthü-
mern. Letzteres bleibt ganz unberührt, sofern der Gläu-
biger aus den Kaufgeldern der veräußerten Sache nicht
befriedigt wird: nur wenn und so weit er daraus seine
Befriedigung wirklich erhält, erlischt mit der Fordrrung
selbst mittelbar auch das accessorische dingliche Recht auf
alle verpfändeten Sachen.
Leistet ein Pfandeigenthümer dem Gläubiger Zahlung,
so ist das Sache seiner freien Willenöbestimmung; das
vorhandene dingliche Rechtsvcrhältniß, weil eö eine Ver-
pflichtung dazu nicht enthält, hat eben deshalb auf die
rechtliche Wirkung einer solchen Zahlung keinen Einfluß.
Der Gläubiger andererseits ist zwar zur Annahme der
fälligen Zahlung vom Pfandeigenthümer rechtlich genöthigt;
allein auch diese Röthigung ist nicht eine besondere Wirkung
deS dinglichen Rechtsverhältnisses, denn der Gläubiger ist
dazu nach §. 49. I. 16. L. R. jeder in der Verwaltung
ihres Vermögens nicht beschränkten Person verpflichtet.
Die Einlösung des Pfandes durch Befriedigung des
Gläubigers seitens des Pfandeigenthümers tritt zwar im
gemeinen Leben ungleich häufiger ein als die wirkliche Aus-
übung des Pfandrechts, zu welcher eö nur dann kommt,
wenn der Pfandeigenthümer die Mittel zur Einlösung nicht
zu beschaffen vermag; dadurch wird indeß die rechtliche
Natur der Handlung alö eine freiwillige nicht geändert.

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