Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

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Michaelis Grassi collat. juris civilis rouiaui cum recess.
imperii romani germanici differat, princ. pag. 159.
und besonders pag. 164. Noet comment lib. 28.
tit 1. Nr. 15.
wird jeder Zweifel durch die Notariats-Ordnung
Kaisers Maximilian von 1512. beseitigt. Dieselbe bestimmt
i,n Titel „Bon Testamenten."
1. nach Kayserlichen Rechten, und Gesetzen, seind
zweierlei tcstameut: das ein das in Schrifften ge-
schieht, oder durch mittel einer Schrifft, die beschlos-
len oder zugemacht ist. DaS ander, das gemeiner
ist, daß man allein durch mündliche Erklärung ohne
Schrifft, oder ohne schrifftliche Soiennitaet, aufzn-
richten pflegt, und darum nuncupatione, daß ist ein
ausgesprochen tcstameut, genandt wird, und seinem
Wesen oder Substanz nach keine Schrifft bedarff.
8 2. Und sollen die Notariat Auffmerkung haben,
daß nach Kahserlichen Rechten, zu Anffrichtung aller
oder jezt gemelten Testamenten, aufö wenigst sieben
Zeugen nöthig seynd, zu denen der Notarius auch
gezählt wird. — Aber im Testament, so Vatter und
Mutter zwischen ihren Kindern, in dem Fall da kein
ander ihr Testament zuvor gemacht und solche abge-
than wird re. da wird solch Anzahl der Zeugen nach-
gelassen, biß auf zween."
Diese Vorschrift findet grade auf mündlich errich-
tete Testamente Anwendung. Der §. 8. a. a. O. der bei
Errichtung eines lest, uuueupatio. die Zuziehung von sie-
ben Zeugen verlangt, bezieht sich, ebenso wie der vorher-
gehende §. 7. der bei einem schriftlichen Testament die
Gegenwart von 7. resp. 8 Zeugen vorschreibt, nur auf
die nicht priviligirten Testamente; weil, wollte man diese
Borschriften auch auf die §. 2. I. c. genannten privilegir-
ten Testamente zur Anwendung bringen, die privilegirte

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