Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

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Im §. 8. der Disposition heißt cs:
.Will ich, daß dieses als ein Testament, oder Ver-
ordnung unter den Kindern gelten, gehalten und
oberlich bestättigt werde"
und endlich ist am Schlüße gesagt:
„Zu all dessen Urkunde habe ich dieses nach deutli-
cher Vorlesung in Gegenwart des ersuchten Notars
und Zeugen bei noch gutein Verstände eigenhändig
unterzeichnet."
Auf Grund dieser Disposition setzte sich der er-
nannte Erbe, Anton Schauerte, in den Besitz deS mütter-
lichen Nachlasses und entrichtete einigen seiner Geschwister
die diesen in der mütterlichen Disposition auögesetzte Ab-
findung. Zwei derselben, Maria und Heinrich Schauerte
waren indeß der Ansicht, daß die von ihrer Mutter hin-
terlassene Disposition wegen Nichtbeachtung der gesetzlichen
Förmlichkeiten ungültig, dein gemäß also die Jntestat-Erb-
folge eröffnet sei. Sie erhoben deshalb gegen den Anton
Schauerte Klage und richteten ihren Antrag dahin:
das Testament voin 0. November 18ll. zu annul-
lircn und den Verklagten für schuldig zu erklären,
das Miteigenthum der Kläger am Nachlasse der
Wittwe Schauerte anzuerkmnen und über denselben
ein eidlich zu manifestirendeö Inventar aufznstcllen,
den Klägern auch V, dieses Nachlasses nebst den
seit dem Jahre 1821. gezogenen Nutzungen heraus-
zugeben.
' Der Verklagte wollte sich hierzu nicht verstehen und
behauptete, daß daö , angefochtene Testament sowohl
als testamentum parentum inter liberos, als auch alö eine
divisio parentum inter liberos, endlich als ein testamentum
nuncupativum in scripturam redactum in Kraft zu erhal-
ten sei.

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