Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

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entlassen hat, seinen übrigen Mitgenossen seinen ratirlichcn
Antheil erstatten muß. Dieses Nechtsverhältniß ist bei
Ncal-Correal-Verhältniffen jedem durch die nach §. 159.
Tit. 2. der Hhpothekenordnung vorgeschricbene Eintragung
kenntbar gemacht, und jeder muß wissen, daß, so lange die
Forderung noch existirt, die sämmtlichen Correi unter sich
ein dingliches Recht auf Ausgleichung haben. Daraus
folgt, daß der Gläubiger, dem mehrere Grundstücke hypo-
thekarisch verhaftet sind, seinerseits wohl das eine oder das
andere ex noxu lassen kann, daß aber dadurch das den
übrigen Correi« durch die Eintragung erworbene Recht
auf Ausgleichung nicht genommen werden kann, daß also
auf Grund der Erklärung des Gläubigers nicht anders
gelöscht werden kann, als wenn auch der Besitzer und die
übrigen Correi damit einverstanden sind.
Eine fernere Folge dieses Grundsatzes ist, daß durch
die vom Gläubiger erfolgte Loölassung des einen Grund-
stücks aus der Mithaft dieses wegen der andern Correi
nicht frei wird und also eine andere Forderung nicht cin-
geschoben werden kann, weder eine Nachhypothek noch eine
neue. Die Nachhypothcken haben von einer solchen Frei-
gebung nur den Vortheil, daß sie nicht mehr die ganze
Schuld als vorab zu rcspectircn haben, sondern nur noch
den ratirlichen Antheil, den das losgelassene Grundstück
den übrigen correi« debendi zu prästircn hat.
Die Nichtigkeit dieser Ansicht folgt aber auch aus
der accesserischen Natur- des Pfandrechts. Der Schuldner
kann auf einen. Locus in feinem Grundstücke nur einmal
Hypothekenrechte einräumen, er kann nur einmal die erste
Hypothek geben und der Gläubiger kann sein Hypothe-
kenrecht ohne seine Forderung nicht abtreten. Wenn er
also eine Forderung behalten will, dann kann er zwar auf
das ihm bestellte Pfandrecht verzichten, er kann es aber
Niemanden abtreten, weil in seinen Händen ohne Forde-

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