Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

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fer angeführt, vielmehr erwähnen sämmtliche, die lieber-
lassung der Peter HoldinghauS'schen Grundstücke betreffen-
den Verhandlungen ausdrücklich nur die Wittwe dcö Hein-
rich Holdinghaus, nachher verehelichte Fick. Wenn diese später-
hin, nach bereits bestätigtem Kontrakte vor dem Hypotheken-
richter erklärte, daß sie jene Grundstücke vermöge jener Ver-
handlungen mit ihrem Ehemanne gemeinschaftlich erworben
habe, so war dies ein durch den Inhalt der kontraktlichen
Verhandlungen selbst sich widerlegender Jrrthum, der der
Verklagten um so weniger entgegenstchen kann, als ihre
Erklärung im Protokolle vom 3. Mai 1839. eine blos
historische ist, und nicht im entferntesten eine Abänderung
der getroffenen kontraktlichen Bestimmungcn bezweckte. Auch
erfordert der §. 5, Cap. III. Th. 1. der Landesordnung
ausdrücklich, daß die Ehegattin in dem über ein verkauftes
Gut abgeschlossenen Vertrage selbst, den andern Ehegatten
ausdrücklich als Mitübernchmcr habe cinschreibcn und sei-
nen Willen, daß cö gemeinschaftl. Gut sein solle, rund
erklärt habe.
An diesem Erfordernisse fehlt eS hier gänzlich und
unter diesen Umständen kann die dein Inhalte der Verträge
widersprechende irrige Eintragung deö VesitztitelS auf den
Namen beider Eheleute kein Recht für den Ehemann der
Verklagten begründen oder den Kläger berechtigen, die der
Verklagten allein gehörigen Grundstücke als crkoberte in
Anspruch zu nehmen. Vielmehr erscheint dieser Anspruch,
wie der erste Richter mit Recht angenommen hat, unbe-
gründet, und mußte dessen Entscheidung daher in so weit
wieder hergestellt werden. — Kläger behauptet jedoch, und
die ohne Widerspruch der Verklagten in der Verhandlung
vom 19. Juni 1835. Seitens des Vormundes der mino-
rennen Geschwister Fick abgegebene Erklärung bestätigt es,
daß der zweite Ehemann der Verkl. aus eigenen Mitteln
die den 4 Geschwistern Holdinghaus baar herauszuzahlen-
XVI. Satrginfi, 1 #rft. 8

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