Full text: Volume (Jg. 16 (1854))

.Zieht ein Dienstbote sich durch den Dienst oder bet
Gelegenheit desselben eine Krankheit zu, so ist di«
Herrschaft schuldig, für seine Kur und Verpflegung
zu sorgen.«
verletzt habe, da die Klägerin zur Begründung ihres An-
spruchs in der Replik selbst behauptet habe:
,-die Bartolomä sei krank geworden in Folge ihres
Dienstes bei Brockmann, weil sie zu schwere Arbeit
verrichtet und in einem offenen schlechten Hause ge-
wohnt."
Zugleich wird der vorige Richter processualischen
Verstoßes nach §. 5. Nr. 10 s. der Verordnung vom 14.
Dez. 1833., wegen Nichterwähnung obiger Aktcnstelle be-
schuldigt.
Dieser Angriff muß jedoch für unbegründet erachtet
werden. Es ist in den vorigen Instanzen von keiner Seite
behauptet worden, daß der Brockmanu zunächst zur Erstat-
tung oder Tragung der vorgelegten Kosten verpflichtet sei,
und es ist von keiner Seite eine Adictation desselben bean-
tragt worden. Die Klage ging davon aus, daß die eine
oder andere Gemeinde die Kosten erstatten müsse, und jene
Bemerkung der Klägerin in der Replick hatte nur den
Zweck, darzuthun, daß die Bartolomä gesund in den Dienst
gekommen, mithin die Ausführung der Verklagten über die
Zurückweisung verarmter angezogcner Personen, wenn die
Verarmung schon vor dem Anzug derselben vorhanden ge-
wesen
(25. loco cilat.)
hier nicht passend sei. In der Duplik erwiedert aber auch
die Verklagte:
»Woher die Krankheit, welche den Tod der Barkho-
lomä zur Folge gehabt, herrühre, ist unerheblich; sie
war eine schwache kränkelnde Person, wie Brockmann
bezeugen wird, als sie sich zu ihm ins Aschenthal

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