Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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daß der correspective Inhalt mehrerer Testamente an sich
noch keine Correspectkvität km rechtlichen Sinne bewirke.
Tenn der Inhalt der Testamente möge beschaffen seyn,
wie er wolle, so fehle cs, wenn die Testamente durch
ganz verschiedene Handlungen entstanden scyen, durchaus
an jeden rechtlichen Anhaltspunkt, um zwei, auch äußer-
lich getrennte Willensacte zu einem Ganzen zu ver-
binden. Abgesondert errichteten, correspective» Testa-
menten fehle es demnach an jeder rechtlichen Verbindung,
und nur durch die gemeinschaftliche Form der Errichtung
sey es möglich, mehrere Testamente in gewisser Beziehung
als ein einziges Rechtsgeschäft zu betrachten. Hiernach
mußte der Begriff von abgesondert errichteten correspectiven
Testamenten unhaltbar seyn, so wenig cS auch bezweifelt
werden kann, daß er von mcbreren Juristen adoptirt
war. Z. B. UokaeKer prino. juris. Tom. 11.
§. 1360. Nach dieser Ausführung stellt sich daher schon
gemeinrechtlich der Satz heraus, daß die Eintheilung nur
zerfallen konnte in:
1) gemeinschaftliche Testamente (simultanea), wenn
zwei Testatoren in einem Acte ihren letzten Willen
aussprechen;
2) wechselseitige, worin mehrere Testatoren durch
Einen Solennktäts-Act testiren und einander zu Erben
eknsetzen, und
3) in correspective, wenn dieErbes'eknsetzung blos
Um der 'des andern willen und unter der Voraus-
setzung erfolgt, daß der andere auch seine Dispo-
sition nicht ändere» Mittermaier's Privatrecht
§. 410.

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