Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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1) Erbverträge sind rin deutsches Institut, sie sind
letztwillige Verordnungen über die Erbfolge und Verträge
zugleich. Rechte aus letztwillige» Verordnungen gehen nach
römischen Rechte nicht auf die Erben* über, wenn der
Honorirte nicht wenigstens den Anfall erlebt hat; bei
Bertragserbrechten bildet der Ucbergang die Regel. Es
muß also auf den ersten Blick cinleuchten, daß die Frage,
ob die Rechte ans Erbverträgen übergehen, sich nicht
schlechthin durch Anwendung der römischen Rechtsgrund-
sätze von Testamenten oder von Verträgen entscheiden
läßt. Wenn daher H o fa cker principaliter §. 1403.
aus dem Satze:
„ln eo potissimam a rationibus ultimarnm
voluntatum successio pactitia recedit, quod
cuin pactorum sussessoriorum praecipuum
sit, negotium statim perfici, haec unius paj-
tis contraria voluntate tolli non possint,“
ohne weiteres den Schluß zieht:
„unde sequitur, quod jus ex pacto hoc quae-
situm etiam ad haeredes transmittatur,“
fo hält er sich bei der Entscheidung jener Kontroverse
lediglich an die vertragsmäßige Natur des Instituts. Eben
so geringes Gewicht muß aber auch umgekehrt das Be-
rufen auf den römischen Grundsatz haben: hnereditas
non adita non transmittitur. Nur ein näheres
Eingehen in die Natur der Erbverträge kann zu einer
richtigen Würdigung der Streitfrage führen.
Nach dem Sachsenspiegel Buch II. Art. 30. soll
man einen Erben nur von Sippe halber und nicht von
„Gclobrdes" halber ansprrchen, cs sey denn, daß das

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