Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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klagte erachtet sich hierdurch beschwert, und behauptet,
der nach § 334. ZI. 2. R. I. 12. den Legatarie« zu
machende Abzug sey nicht dadurch bedingt, daß sich der
Erbe das lioneücluu, inventarii erhalten habe. Das
Präjudiz der Antretung ohne Vorbehalt bestehe nach A.
k. R. 1. 9. §. 418 nur darin, daß der Erbe für alle
an den Nachlaß zu machenden Forderungen hafte; hier«
unter scycn aber.Legate nicht begriffen, da diese keine
Schulden des Nachlasses seyen, denn sie entständen recht-
lich erst nach dem Tode des Erblassers, wp der ganze
Nachlaß nach seinem Actio- und Passivbestande schon ab-
geschlossen sey. Diese Ausführungen sind aber unrichtig.
Legate sind zwar keine Schulden des Erblassers, daß sie
qber zu den an den Nachlaß zu machenden Forderungest
gehören, läßt sich nicht bestreiten, da sie aus dem Nach-
laß berichtigt werden sollen. Die Bestimmungen deS
A 2 N. l. 12. §. 334 ff. sagen zwar allgemein, daß
die Legatarien, wenn der Nachlaß nicht zur Bezahlung
der Schulden, Ergänzung des Pflichttheils oder der übrigen
Vermächtnisie hinreiche, nach Derhältniß dazu beitragen
oder Abzug leiden sollen, nnd rS ist dort nicht ausge-
sprochen, daß sich der Erbe, um sich diese Rechte gegen
die Legatarien zu erhalten, sich auch die Rechtswohlthat
des Inventars erhalten müsse. Eine solche Bestimmung
war aber auch nicht nöthig. Die allegkrtcn §§. haben
uämlich nur die allgemeine Regel im' Sinne, und diese
ist nach Preuß. Rechte die, daß jeder Erbe Bencficial-
erbe sey, erst dadurch, daß der Etbc die gesetzlichen Fristen
zur Einreichung des Inventars versäumt, tritt zur Strafe
die Ausnahme, die Antretung ohne Vorbehalt rin. Es
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